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Handwerker des Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerks bei der Arbeit

Ostfriesisches Handwerk: Lage noch gut, Erwartungen getrübt, Bau und Kfz im Minus

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Den Handwerksbetrieben in Ostfriesland geht es im Herbst 2026 noch ordentlich, für die kommenden Monate sind sie aber deutlich vorsichtiger. Der Geschäftsklimaindex der Handwerkskammer für Ostfriesland liegt bei 106 Punkten. Damit ist er weiter im positiven Bereich über der 100-Punkte-Marke, aber vier Punkte niedriger als vor einem Jahr. An der Herbstumfrage haben sich 254 Betriebe beteiligt.

„Von einem stabilen Wirtschaftsaufschwung sind wir noch weit entfernt“, sagt HWK-Hauptgeschäftsführer Jörg Frerichs. Die meisten Betriebe rechnen eher mit Stillstand oder einer schwächeren Entwicklung, besonders bei den Aufträgen. Mehr Personal oder größere Investitionen plant kaum jemand.

Kosten steigen schneller als die Preise

Fast alle Gewerke berichten von höheren Einkaufspreisen, viele erwarten weitere Steigerungen. Als Treiber nennt die Kammer neben Material und Waren vor allem Energie, Kraftstoff und Transport. Zwar erhöhen viele Betriebe ihre Preise, die Mehrkosten lassen sich aber nicht überall zeitnah weitergeben. Das erschwert die Kalkulation und bremst Investitionen.

Bau und Kfz unter 100 Punkten

Am schwierigsten ist die Lage im Bauhauptgewerbe und im Kfz-Handwerk. Beide liegen bei 91 Punkten, der Bau verlor 17, das Kfz-Gewerbe 19 Punkte. In beiden Bereichen sei die aktuelle Auslastung noch besser als die Stimmung, sagt Frerichs. Baufirmen, die auf neue Aufträge und größere Investitionen angewiesen sind, rechnen aber mit Gegenwind. Die Werkstätten setzen hohe Kosten, Kaufzurückhaltung und der Umstieg auf neue Antriebe unter Druck. Auch das Nahrungsmittelhandwerk hat nachgelassen, auf 109 Punkte, ein Minus von elf. Bäcker und Fleischer spüren eine stärkere Preisorientierung der Kunden und die Konkurrenz durch Supermärkte und Discounter.

Arbeit in einem Betrieb für Schilder und Lichtreklame
Das Handwerk für den gewerblichen Bedarf, zu dem auch Schilder- und Lichtreklamehersteller gehören, bewertet seine Lage als stabil, blickt aber pessimistisch auf die kommenden Monate. Foto: HWK/W. Feldmann

Gesundheitshandwerke weiter vorn

Spitzenreiter bleiben die Gesundheitshandwerke mit unverändert 132 Punkten. Hörakustiker, Augenoptiker, Orthopädietechniker, Zahntechniker und Orthopädieschuhmacher profitieren von einer älter werdenden Bevölkerung. Auch hier steigen jedoch die Kosten, und einzelne Bereiche fürchten Einschnitte durch geänderte politische Vorgaben.

Das Ausbaugewerbe konnte als einzige Gruppe zulegen, um drei auf 122 Punkte. Elektro- und SHK-Betriebe finden Arbeit bei Wartung und Modernisierung, Tischler, Fliesenleger und Maler hängen stärker am Wohnungsbau und an Renovierungen. Die Kammer erwartet hier eher eine Seitwärtsbewegung als einen Aufschwung. Die personenbezogenen Dienstleister wie Friseure, Kosmetiker oder Textilreiniger kommen auf 121 Punkte, minus eins. Ihre Grundstimmung ist gut, Aufträge und Umsätze schwächeln aber, weil die Verbraucher mehr sparen. Das Handwerk für den gewerblichen Bedarf, etwa Metallbauer, Landmaschinenmechatroniker oder Gebäudereiniger, liegt mit 100 Punkten genau auf der neutralen Marke.

Kammer fordert Reformen

Anfang des Jahres sei man noch optimistisch gewesen, sagt Frerichs. Nun verunsicherten steigende Energiepreise Kunden und Betriebe erneut. Hohe Steuern, Abgaben, Lohnzusatzkosten und zu viel Bürokratie schwächten die Wettbewerbsfähigkeit. Die Bundesregierung müsse die Erholung jetzt mit Reformen absichern. „Weiteres Warten auf strukturelle Veränderungen können wir uns nicht mehr leisten.“

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