Die Großhandelspreise in Deutschland sind im September 2026 so stark gestiegen wie seit über drei Jahren nicht mehr. Das Statistische Bundesamt macht vor allem die anhaltenden Kriegshandlungen im Nahen Osten für den Preisschub verantwortlich. Besonders Energieprodukte und Metalle verteuerten sich deutlich.
Preisanstieg beschleunigt sich deutlich
Die Verkaufspreise im Großhandel lagen im September 2026 um 8,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. Die Teuerungsrate hat sich damit im Vergleich zu den Vormonaten spürbar erhöht: Im August 2026 betrug die Jahresveränderungsrate noch 6,8 Prozent, im Juli 2026 lag sie bei 5,3 Prozent. Einen höheren Preisanstieg als im September 2026 hatten die Statistiker zuletzt im Februar 2023 registriert, als die Großhandelspreise um 9,5 Prozent über denen des Vorjahresmonats Februar 2022 lagen.
Auch im Monatsvergleich zeigt sich die Dynamik: Gegenüber August 2026 stiegen die Großhandelspreise um 1,9 Prozent.
Kriegshandlungen im Nahen Osten als Preistreiber
Als Hauptursache für den erneuten Preisschub nennt Destatis die andauernden Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten. Die geopolitische Lage wirkt sich demnach weiterhin unmittelbar auf die Rohstoff- und Energiemärkte aus. Besonders deutlich schlägt sich das bei den Großhandelspreisen für Energieprodukte nieder, die im Zuge der Krise erneut spürbar angezogen haben.
Auch bei Vorleistungsgütern wie Metallen verzeichneten die Statistiker einen deutlichen Preisanstieg. Metalle gelten als wichtiger Kostenfaktor für zahlreiche Industriezweige, etwa im Maschinenbau oder in der Bauwirtschaft. Steigen die Preise für diese Grundstoffe, wirkt sich das in der Regel zeitversetzt auch auf nachgelagerte Produktionsstufen und letztlich auf Verbraucherpreise aus.
Einordnung der aktuellen Entwicklung
Der Vergleich mit Februar 2023 verdeutlicht, wie ungewöhnlich hoch der aktuelle Preisanstieg ausfällt. Damals hatten die Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine für massive Verwerfungen auf den Energiemärkten gesorgt. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass geopolitische Konflikte nach wie vor ein zentraler Risikofaktor für die Preisstabilität im Großhandel bleiben.
Destatis wird die Entwicklung der Großhandelspreise auch in den kommenden Monaten beobachten. Ob sich der Trend fortsetzt, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Lage im Nahen Osten weiterentwickelt und welche Auswirkungen dies auf die globalen Energie- und Rohstoffmärkte hat.

