Ein Schlaganfall trifft nicht nur ältere Menschen. Nach Schätzungen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe erleiden in Deutschland jedes Jahr etwa 9.000 bis 14.000 Menschen zwischen 18 und 50 Jahren einen Schlaganfall, das sind fünf bis acht Prozent aller Betroffenen. Am Donnerstag, 29. Oktober 2026, ist Weltschlaganfalltag. Der Hilfsmittelhersteller Ottobock aus Duderstadt hat dazu die Geschichte einer jungen Patientin veröffentlicht.
Halbseitig gelähmt mit 19
Lena aus Hamburg ist heute 25 Jahre alt. Mit 19 erlitt sie einen Schlaganfall, ausgelöst durch die Anti-Baby-Pille. Seitdem ist eine Körperhälfte gelähmt. Noch in der Reha bekam sie eine Beinorthese mit funktioneller Elektrostimulation. Elektrische Impulse reizen die Nerven, die das Gehirn nicht mehr ansteuern kann, und heben so den Fuß an. Ohne diese Hilfe wäre sie nach eigenen Angaben auf einen Rollstuhl angewiesen.
Gegen die Spastik, die Medikamente und die schlaflosen Nächte half ihr später ein Anzug mit eingebauten Elektroden, der Muskelgruppen gezielt stimuliert. Nach der ersten Anwendung konnte sie erstmals seit dem Schlaganfall wieder eine Nacht durchschlafen. Heute trägt sie ihn etwa alle 36 Stunden.
20.000 Schritte im Dienst
Lena arbeitet als Gesundheits- und Krankenpflegerin in einer Notaufnahme und kommt dort auf 20.000 bis 25.000 Schritte am Tag. Mehr als eine 70-Prozent-Stelle schafft sie dauerhaft nicht. Nach einer schweren Schulterverletzung im vergangenen Jahr hat sich die Lähmung im Arm verschlechtert, sie geht weiter jede Woche zur Physiotherapie.
Sportlich hat sie ihre Strecken trotzdem stetig verlängert: 2023 lag ihre Bestmarke bei 30 Kilometern, im vergangenen Jahr schaffte sie 60 Kilometer, im Mai dieses Jahres einen 100-Kilometer-Megamarsch in 21 Stunden. Daneben versorgt sie ihr Pferd und ist in der Freiwilligen Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr aktiv.

