Alexandra Trepohl, Trainerin der A2-Junioren des SC Spelle-Venhaus, hat vom Niedersächsischen Fußballverband (NFV) ein Vollstipendium für den B-Lizenz-Lehrgang erhalten. Sie ist eine von 25 Geförderten. Den Lehrgang kann sie im kommenden Jahr beginnen, vorher steht noch ein Eignungstest an.
Das Stipendium gehört zum NFV-Projekt „Dein Spiel“, mit dem der Verband bis 2027 deutlich mehr Frauen und Mädchen für den niedersächsischen Fußball gewinnen will. Im Online-Bewerbungsverfahren musste Trepohl ihre Person, ihre Arbeit als Trainerin und ihre Ziele darstellen. Die C-Lizenz hatte die 29-Jährige erst im Frühjahr erworben. Über die Zusage habe sie sich riesig gefreut, sagt sie.
Von der Spielerin zur Trainerin
Ihre ersten Schritte am Ball machte Trepohl bei den Minikickern von Fortuna Beesten, danach spielte sie im Mädchenteam von Adler Messingen. Nach Stationen bei der zweiten Mannschaft des SCSV und bei Union Meppen kehrte sie nach Messingen zurück, wo sie ihre aktive Laufbahn jetzt beendet hat. Schon in der vergangenen Saison betreute sie dort die weibliche A-Jugend. Als das Team im Sommer mangels Spielerinnen aufgelöst wurde, bewarb sie sich unter anderem beim SC Spelle-Venhaus und entschied sich trotz mehrerer Anfragen für den Verein, weil sie dort mehr Chancen für die eigene Entwicklung sah.
Als Frau an der Seitenlinie im Jungenfußball
Gerade der Junioren- und Herrenbereich reizt Trepohl. Als Frau im Männerfußball werde man genauer beobachtet und müsse sich eher beweisen, sagt sie. Dass Trainerinnen dort noch selten sind, merkt sie an einer Frage, die ihr immer wieder gestellt wird: warum sie kein Frauenteam trainiert. Ihre A2, zusammengesetzt aus Spielern verschiedener Mannschaften, habe sie gut aufgenommen und sich schnell als Team gefunden. Sportlich läuft es ebenfalls, die Mannschaft spielt in der Kreisliga C oben mit.
Hilfreich ist dabei ihr Beruf. Als Erzieherin könne sie vieles auf die Mannschaftsführung übertragen, sagt Trepohl.
Klopp, Tuchel und Streich als Vorbilder
Ihre Ziele sind klar gesteckt: zuerst die eigene Weiterentwicklung, dann der Schritt in den Leistungsfußball. Irgendwann würde sie gern als Trainerin Geld verdienen. Als Vorbilder nennt sie Bundestrainer Jürgen Klopp, der Menschen mitnehmen könne und taktisch ein ausgefeiltes Pressing entwickelt habe, Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel mit seiner eigenwilligen, auch polarisierenden Art im Umgang mit Spielern sowie Christian Streich, der den SC Freiburg viele Jahre trainierte und für seinen respektvollen Blick auf Menschen über den Fußball hinaus bekannt ist.

