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Blick über eine stählerne Fachwerkbrücke für Fußgänger und Radfahrer mit rotem Belag

Dülmen: Bahnhofsbrücke soll nach fünf Jahren Streit im März 2027 eingehoben werden

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Die Fuß- und Radwegbrücke am Dülmener Bahnhof soll im Herbst 2027 endlich freigegeben werden. Ab der Woche vom 26. Oktober 2026 bereitet ein Brückenbau-Unternehmen aus Castrop-Rauxel die letzten Arbeiten vor, im März 2027 soll die Brücke mit einem großen Kran über die Gleise gehoben werden. Die fertigen Stahlteile lagern bereits seit 2021 in Dülmen.

Der Zeitplan

Zunächst richtet die Firma das Baufeld ein. Ab der zweiten Novemberwoche wird die Brücke komplett mit Gerüst, Dach und Folie eingehaust, damit die Arbeiten unabhängig vom Wetter laufen können, erklärt Stefan Damen, Abteilungsleiter für Straßenplanung und Landschaftsbau der Stadt. Saniert wird der Korrosionsschutz, außerdem werden fehlende Teile wie Entwässerungsrohre montiert und der Belag aufgebracht.

Für den Einhub nutzt die Stadt eine ohnehin geplante Sperrpause der Deutschen Bahn: Von Februar bis Mai 2027 bündelt die Bahn auf der Strecke zwischen Wanne-Eickel und Münster mehrere Baumaßnahmen. Nach dem Einhub folgen kleinere Restarbeiten, im Sommer 2027 wird die Brücke an den Baumschulenweg angebunden.

Warum es so lange gedauert hat

Gefertigt wurden die Brückenteile 2020 und 2021 von einem Stahlbauunternehmen. Weil ein von der Stadt eingesetzter Prüfer fehlende Unterlagen und Zertifikate bemängelte, untersagte die Stadt 2021 den Transport nach Dülmen. Nach Darstellung der Stadt ließ das Unternehmen die Teile trotzdem auf eigenes Risiko liefern. Die Konformitätserklärung, mit der ein Hersteller bestätigt, dass sein Produkt den geltenden Anforderungen entspricht, legte es nicht vor. Im November 2021 kündigte die Stadt den Vertrag.

Anfang 2022 stellte die Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt Mängel an Schweißnähten und Korrosionsschutz fest. Die Stadt beantragte im März 2022 ein Beweissicherungsverfahren beim Landgericht. Ein erstes Gutachten bestätigte im November 2023 die Auffälligkeiten, ein zweites im August 2025 zeigte, dass die Brücke mit Nachbesserungen und Prüfnachweisen noch verwendet werden kann. Nachdem der Hersteller auch eine weitere Frist verstreichen ließ, beauftragte die Stadt ein Ingenieurbüro, das im Mai 2026 den Nachweis führte und ein Sanierungskonzept erstellte.

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