Im Emsland kommen nach dem jüngsten Zwischenstand der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) noch vier Gebiete für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle infrage. Sechs der ursprünglich zehn Teilgebiete im Landkreis werden nicht weiter untersucht. Das geht aus dem neuen Arbeitsstand hervor, den die BGE am Dienstag, 27. Oktober 2026, veröffentlicht hat. Bundesweit ist die Suche damit auf weniger als fünf Prozent der Fläche Deutschlands eingegrenzt.
Salzstock und drei Tonvorkommen bleiben im Blick
Weiter geprüft werden der Salzstock Wahn sowie drei Gebiete mit Tongestein als sogenanntem Wirtsgestein, also der Gesteinsschicht, in der die Abfälle eingelagert würden. Zwei dieser Tonvorkommen liegen im Bereich der Samtgemeinden Freren und Spelle. Das dritte erstreckt sich im mittleren Emsland zwischen Meppen, Haselünne, Lingen (Ems) und Geeste.
Die Einstufung ist ausdrücklich noch kein Ergebnis. Die Arbeitsstände der BGE sind nicht rechtsverbindlich, und auch die verbliebenen Gebiete können in späteren Prüfschritten noch ausscheiden.
Landkreis bleibt beim Nein
Landrat Marc-André Burgdorf begrüßt die Einengung, bekräftigt zugleich die Position des Kreises: Man bleibe bei der ablehnenden Haltung, ein Endlager für Atommüll wolle der Landkreis Emsland nicht. Dass vier Gebiete vorerst im Verfahren blieben, bedeute nicht, dass sie am Ende nicht doch noch herausfallen, so Burgdorf.
Der Landkreis lässt die Bewertungen der BGE seit Jahren vom Öko-Institut, einem unabhängigen Umweltforschungsinstitut, auf ihre Nachvollziehbarkeit prüfen. Die bisherigen Auswertungen zu den zehn emsländischen Teilgebieten sind auf der Seite des Landkreises zur Endlagersuche abrufbar. Noch in diesem Jahr will der Kreis zusätzlich ein geologisches Fachgutachten bei einem weiteren Dienstleister in Auftrag geben. Es soll die Eignung der vier verbliebenen Gebiete näher beleuchten, damit der Landkreis sich in den nächsten Verfahrensschritten rechtzeitig und fachlich fundiert einbringen kann.
Ende 2027 nennt die BGE die Standortregionen
Die BGE sucht im Auftrag des Bundes den Standort mit der bestmöglichen Sicherheit für ein deutsches Endlager. Das Verfahren steckt derzeit in Schritt 2 der Phase I: Die 90 Teilgebiete, die die BGE 2020 in ihrem Zwischenbericht ausgewiesen hatte, werden auf wenige Standortregionen eingegrenzt. Der Arbeitsstand vom Oktober ist der letzte vor dem eigentlichen Vorschlag. Diesen will die BGE Ende 2027 vorlegen. Anschließend prüft das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) den Vorschlag, über die Standortregionen entscheidet der Bundestag. Erst danach beginnt mit Phase II die übertägige Erkundung.
Wo genau die Gebiete liegen und wie die BGE sie bewertet, zeigt eine interaktive Karte im BGE Endlagersuche Navigator.

