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IHK-Beirat Oldenburger Münsterland mit den Landräten Tobias Gerdesmeyer und Dirk Gehrmann

IHK-Standortumfrage 2026: Note 2,5 für Cloppenburg, 2,2 für Vechta, Kritik an Genehmigungen und Energiekosten

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Die Unternehmen im Oldenburger Münsterland sind mit ihren Standorten grundsätzlich zufrieden, sehen aber bei Kosten und Verwaltung deutlichen Nachholbedarf. Das zeigt die Standortumfrage 2026 der Oldenburgischen IHK. Der Landkreis Vechta bekommt von seinen Betrieben die Schulnote 2,2, der Landkreis Cloppenburg eine 2,5. Der Schnitt im gesamten Oldenburger Land liegt bei 2,4.

Cloppenburg rutscht ab, Vechta hält seine Note

Für Cloppenburg ist die Note schlechter als bei der letzten Befragung 2022, damals gab es eine 2,3. Vechta liegt wie 2022 bei 2,2. Erneut für ihren Standort entscheiden würden sich 78 Prozent der Betriebe im Landkreis Cloppenburg (2022: 85 Prozent) und 83 Prozent im Landkreis Vechta (2022: 84,5 Prozent).

Rund ein Drittel der Unternehmen plant, am jetzigen Standort zu wachsen: 32,5 Prozent in Cloppenburg und 30,2 Prozent in Vechta. Verkleinern oder verlagern wollen 11,5 beziehungsweise 7,9 Prozent, schließen 8,3 beziehungsweise 4,8 Prozent.

Das läuft gut

In beiden Landkreisen sind die Betriebe am zufriedensten mit der Lebensqualität, den Straßenverbindungen und der Nähe zu Kunden und Absatzmärkten. In Cloppenburg hat sich seit 2022 vor allem die Bewertung der Breitband- und Internetversorgung verbessert, in Vechta die der Einkaufsmöglichkeiten, der Innenstadt und des Images.

Wo es hakt

Am schlechtesten schneiden in beiden Kreisen die Dauer von Genehmigungsverfahren, die Energiekosten sowie Steuern und Abgaben ab. In Cloppenburg geben die Betriebe der Dauer von Genehmigungen nur noch die Note 4,4 (2022: 3,8), Steuern und Abgaben eine 4,0 (2022: 3,3). Dazu kommen dort schlechte Noten für die Bahnanbindung (4,5) und den Nahverkehr (4,1). In Vechta fehlen vor allem Gewerbe- und Erweiterungsflächen, außerdem kritisieren die Betriebe das Kostenbewusstsein der Verwaltung.

Was die Wirtschaft von den Landkreisen fordert

Der IHK-Beirat Oldenburger Münsterland hat aus der Umfrage Empfehlungen abgeleitet und sie mit Vechtas Landrat Tobias Gerdesmeyer und dem designierten Cloppenburger Landrat Dirk Gehrmann besprochen. Ganz oben steht, Genehmigungen zu beschleunigen: mit digitalen Abläufen, verbindlichen Bearbeitungszeiten und einer festen Ansprechperson für größere Investitionsvorhaben. Weitere Punkte sind der Ausbau von Strom- und Energienetzen, schnellere Verkehrsprojekte wie der vierstreifige Ausbau der E 233, leistungsfähigere Bundesstraßen und der Ausbau des Küstenkanals, mehr Fachkräfte und Auszubildende, Hilfe beim Einsatz von KI im Mittelstand, bessere Bahn- und Busangebote, neue Gewerbeflächen vor allem im Landkreis Vechta sowie attraktivere Innenstädte.

„Trotz der guten Noten müssen wir schauen, dass wir als Wirtschaftsakteure den Schulterschluss mit der Politik üben“, sagte Beiratsvorsitzender Franz Wessendorf. Die Verwaltungsspitzen nehmen die schlechteren Werte bei Wirtschaftsfreundlichkeit und Genehmigungen laut IHK ernst. Digitale Lösungen für Anträge und eine einheitliche Auslegung von Regeln stünden bereits auf der Agenda.

So wurde befragt

An der Umfrage beteiligten sich Anfang 2026 insgesamt 1.337 Unternehmen aus dem Oldenburger Land, davon 168 aus dem Landkreis Cloppenburg und 201 aus dem Landkreis Vechta. Bewertet wurden 32 Standortfaktoren. Die vollständigen Ergebnisse stehen im Standortatlas der IHK unter ihk.de/oldenburg/standortatlas.

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