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Paar hält sich an den Händen

Familienplanung abgeschlossen: Welche Verhütung jetzt passt und was Männer über die Vasektomie wissen sollten

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Zwei Kinder, vielleicht drei, und irgendwann ist klar: Die Familie ist komplett. Für viele Paare beginnt damit eine neue Frage, über die selten offen gesprochen wird. Wie wollen wir in den nächsten 10, 15 oder 20 Jahren verhüten? Die Pille, die jahrelang selbstverständlich war, passt nicht mehr für jede Frau, und das Kondom ist auf Dauer für viele keine Lösung. Wer seine Familienplanung abgeschlossen hat, hat andere Ansprüche an Verhütung als ein Paar, das den Kinderwunsch nur aufschieben möchte.

Vom Kinderwunsch zur abgeschlossenen Familienplanung

Familienplanung ist kein einmaliger Entschluss, sondern ein Weg mit vielen Etappen. Am Anfang steht oft der Wunsch nach einem Kind, und nicht immer erfüllt er sich so schnell wie erhofft. Wie Paare mit einem unerfüllten Kinderwunsch umgehen können, beschreibt ein Ratgeberbuch, das Medizin und Psychologie verbindet. Am anderen Ende steht die Entscheidung, dass es gut ist, wie es ist. Diese Entscheidung verdient genauso viel Sorgfalt wie der Kinderwunsch selbst.

Welche Verhütung nach abgeschlossener Familienplanung infrage kommt

Grundsätzlich stehen Paaren drei Wege offen. Der erste sind hormonelle Methoden wie Pille, Hormonspirale oder Verhütungsring. Sie sind sehr zuverlässig, greifen aber in den Hormonhaushalt der Frau ein, und viele Frauen möchten das nach Jahren der Einnahme nicht mehr. Der zweite Weg sind hormonfreie Methoden wie die Kupferspirale oder das Kondom. Das Kondom ist das einzige Verhütungsmittel, das zugleich vor sexuell übertragbaren Infektionen schützt, gilt aber im Alltag als weniger sicher.

Der dritte Weg ist die Sterilisation, also eine dauerhafte Verhütung. Bei der Frau werden dabei die Eileiter verschlossen, beim Mann die Samenleiter durchtrennt. Die Sterilisation des Mannes, die Vasektomie, gilt als einfacherer und risikoärmerer Eingriff als die Sterilisation der Frau. Trotzdem entscheiden sich viele Paare erst nach langem Abwägen dafür, denn bei Männern sind Unsicherheit und Scham oft groß.

Was bei einer Vasektomie passiert

Bei der Vasektomie durchtrennt ein Urologe die beiden Samenleiter im Hodensack und verschließt die Enden. Der Eingriff dauert etwa eine halbe Stunde und wird meist ambulant unter örtlicher Betäubung gemacht. Viele Praxen arbeiten heute mit einer Methode ohne Skalpell, bei der nur eine sehr kleine Öffnung in der Haut nötig ist. Danach sollten Männer sich einige Tage schonen und etwa zwei Wochen auf Sport und schwere Belastung verzichten.

Die Hormonproduktion der Hoden bleibt erhalten, ebenso Lust, Erektion und Orgasmus. Es gelangen nur keine Samenzellen mehr in die Samenflüssigkeit. Bis das sicher der Fall ist, vergehen allerdings einige Wochen bis Monate. In dieser Zeit muss das Paar zusätzlich verhüten. Erst wenn eine Kontrolluntersuchung des Ejakulats, das Spermiogramm, keine Spermien mehr zeigt, gilt der Eingriff als erfolgreich. Mit einer Sicherheit von rund 99 Prozent gehört die Vasektomie dann zu den zuverlässigsten Verhütungsmethoden. Vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt sie nicht.

Die häufigste Sorge: Schmerzen und langfristige Folgen

In Bezug auf das Thema Sterilisation beschäftigt Männer oft die Frage: Tut eine Vasektomie weh? Oder: Was verändert sich nach der Operation langfristig? Bei einem erfahrenen Operateur ist der Eingriff in der Regel gut auszuhalten. Unangenehm ist vor allem der kurze Stich der Betäubungsspritze, während des Eingriffs kann ein Ziehen in Hodensack oder Leiste auftreten. Wer große Angst hat, kann den Eingriff in Absprache mit dem Arzt auch in einer kurzen Narkose machen lassen.

Komplikationen wie Blutergüsse oder Entzündungen sind selten, chronische Schmerzen sehr selten. In weniger als einem Prozent der Fälle wachsen die Samenleiter wieder zusammen, deshalb ist die Kontrolle per Spermiogramm so wichtig. Fachleute raten außerdem, eine Praxis mit viel Erfahrung zu wählen.

Eine Entscheidung fürs Leben

Eine Vasektomie lässt sich zwar mit einer aufwendigen Operation rückgängig machen, das gelingt aber nur in etwa der Hälfte bis zwei Dritteln der Fälle. Deshalb ist es wichtig, alle offenen Fragen und Bedenken im Vorfeld mit einem Facharzt oder einer Fachärztin zu besprechen. Eine Vasektomie ist als dauerhafter Eingriff anzusehen und sollte nur dann gemacht werden, wenn der Mann sich ganz sicher ist, idealerweise gemeinsam mit seiner Partnerin.

Die Kosten trägt in der Regel der Patient selbst. Laut Techniker Krankenkasse liegen sie bei rund 500 Euro. Vorher sollte man klären, ob Vorgespräch und Nachkontrollen im Preis enthalten sind.

Beratung in der Region

Wer sich im Raum Osnabrück beraten lassen möchte, findet am Urologicum Osnabrück in der Niels-Stensen-Klinik am Natruper Holz ein Vasektomie-Zentrum, das den Eingriff nach eigenen Angaben seit Jahren ohne Skalpell durchführt. Dort sind Vorgespräche telefonisch, per Mail oder online buchbar. Ein solches Gespräch verpflichtet zu nichts und hilft, die eigene Entscheidung in Ruhe zu prüfen.

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