Im Landkreis Emsland sind in den ersten 9 Monaten 2026 deutlich mehr Unternehmen pleitegegangen als im Vorjahr. Laut Statistik der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim meldeten zwischen Januar und September 84 Firmen Insolvenz an, 2025 waren es im selben Zeitraum 67. Das ist ein Plus von 25,4 Prozent und der stärkste Anstieg im IHK-Bezirk.
So sieht es in den anderen Kreisen aus
In den übrigen Teilen der Region gingen die Zahlen leicht zurück. In der Grafschaft Bentheim gab es 36 Unternehmensinsolvenzen (2025: 38), im Landkreis Osnabrück 73 (2025: 75) und in der Stadt Osnabrück 40 (2025: 48).
Für den ganzen IHK-Bezirk ergeben sich 233 Fälle nach 228 im Vorjahreszeitraum, ein Plus von 2,2 Prozent. Nach Angaben der IHK ist das der höchste Stand seit 2011. In ganz Niedersachsen stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 13,6 Prozent auf 1.609.
Immer öfter fehlt sogar das Geld fürs Verfahren
Bei 77 Firmen in der Region wurde das Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen, 2025 waren es 60. Das bedeutet: Das restliche Vermögen reichte nicht einmal, um die Kosten des Verfahrens zu decken. Deutlich mehr Insolvenzen gab es auch bei Einzelunternehmen, Freiberuflern und Kleingewerbe, nämlich 56 statt 39.
Handel und Industrie besonders betroffen
Nach Branchen zählte die IHK im Handel 50 Fälle (2025: 42), im verarbeitenden Gewerbe 28 (23) und bei Dienstleistern 62 (58). Weniger Insolvenzen gab es am Bau mit 37 Fällen (47) und im Gastgewerbe mit 16 Fällen (18).
IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf führt die Entwicklung auf schwache Nachfrage, hohe Energie- und Arbeitskosten und Bürokratie zurück. Er fordert von der Politik, diese Kosten spürbar zu senken.
Hilfe für Betriebe in Schieflage
Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten bietet die IHK Beratung an. Der nächste Sprechtag „Krisenfrüherkennung“ ist am 19. November 2026 in Nordhorn. Anmeldung bei Enno Kähler, Telefon 0541 353-316, E-Mail [email protected].

