Kaum sind die Winterreifen drauf, leuchtet im Cockpit ein gelbes Symbol auf: ein Reifen mit Ausrufezeichen. Eine Panne muss das nicht sein, sagt Timo Steve Hensen, Leiter der TÜV-Nord-Station in Meppen. Oft stecken die Kälte oder der Radwechsel selbst dahinter.
Kälte senkt den Druck
Pro 10 Grad weniger kann der Luftdruck im Reifen um etwa 0,1 bar sinken. War er vorher schon knapp, reicht das für die Warnung. Ein zweiter häufiger Grund ist der Wechsel auf die Winterräder: Indirekt messende Systeme müssen danach meist neu eingestellt werden. Bei direkt messenden Systemen sitzen Sensoren in den Rädern, die zum Auto passen und je nach Modell erst angelernt werden müssen. Seit November 2014 ist eine Reifendruckkontrolle für alle neu zugelassenen Pkw Pflicht.
Erst messen, dann zurücksetzen
Hensen rät, die Anzeige nicht einfach zurückzusetzen. Zuerst sollte der Druck an allen 4 Reifen geprüft werden, am besten bei kalten Reifen. Die Sollwerte stehen meist in der Bedienungsanleitung, am Türholm oder innen am Tankdeckel. Erst wenn der Druck stimmt, wird das System bei Bedarf neu eingestellt.
Wann es in die Werkstatt geht
Bei starkem Druckverlust oder sichtbaren Schäden am Reifen heißt es anhalten, notfalls hilft der Pannendienst. Wer immer wieder Luft nachfüllen muss, sollte Reifen und Ventile in der Werkstatt prüfen lassen: Ein schleichender Luftverlust ist von außen oft nicht zu sehen. Meldet sich die Leuchte trotz korrektem Druck immer wieder, kann auch das Kontrollsystem selbst gestört sein. Die regelmäßige Kontrolle an der Tankstelle ersetzt es ohnehin nicht.

