NORDHORN. Im Herzen des Nordhorner Tierparks wächst das Vechtedorf weiter: Mit der Grundsteinlegung für die neue „Tierscheune Heckmann“ hat der Tierpark den Startschuss für ein Projekt gegeben, das Tradition und Umweltbildung vereint. In dem historischen Gebäude sollen künftig Riesenmeerschweinchen und Waschbären leben – letztere als Symbol für das wachsende Problem invasiver Arten in der Region.
Die rund 150 Jahre alte Scheune stammt ursprünglich aus dem Nordhorner Stadtteil Bookholt. Sie wurde bereits vor fünf Jahren vom Tierpark abgetragen und wird nun mit originalen Bauteilen wie Steinen und Holzelementen originalgetreu wieder aufgebaut. Die Bodenplatte ist gegossen, das Bauunternehmen Veenhuis errichtet derzeit das neue Mauerwerk. Bis Frühjahr 2027 soll der Wiederaufbau abgeschlossen sein.
„Wir befinden uns im Jubiläumsmonat unseres 75-jährigen Bestehens. Mit der Tierscheune schaffen wir einen Ort, der sich inhaltlich in das historische Vechtedorf einfügt und gleichzeitig ein ökologisch relevantes Thema aufgreift“, sagte Zoodirektor Dr. Nils Kramer. Die museale Aufbereitung der Scheunengeschichte werde durch die Haltung invasiver Tierarten ergänzt – insbesondere Waschbären, die sich zunehmend auch in der Grafschaft Bentheim ausbreiten.
„Schon vor zehn Jahren wurde bei mir in der Nachbarschaft ein Waschbär gesichtet. Heute ist klar: Durch den Klimawandel wird die Verbreitung invasiver Arten zunehmen. Es ist wichtig, hier pädagogisch aufzuklären“, betonte Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling bei der Grundsteinlegung. Er bedankte sich gemeinsam mit Landrat Uwe Fietzek bei der Förderinitiative LEADER für die finanzielle Unterstützung in Höhe von 150.000 Euro.
LEADER-Regionalmanagerin Kathrin Schmedt sieht im Projekt einen Vorzeigeansatz: „Die Tierscheune verbindet Regionalität und Bildung auf vorbildliche Weise. Sie sorgt für eine direkte Erlebbarkeit von Natur und Umwelt – genau dafür steht der Tierpark als größte touristische Einrichtung in der Region.“
Mit dem Bau der „Tierscheune Heckmann“ gewinnt das Vechtedorf nicht nur architektonisch an Tiefe, sondern wird auch thematisch erweitert: ein Ort, an dem Vergangenheit lebendig bleibt und aktuelle Umweltfragen anschaulich vermittelt werden.
