BERLIN. Mit der EU-Initiative Global Gateway will Europa weltweit Infrastrukturprojekte wie Stromnetze, Verkehrswege, Internetverbindungen sowie Schulen und Kliniken fördern – und gleichzeitig eine Alternative zu Chinas „Neuer Seidenstraße“ bieten. Vier Jahre nach dem Start bleibt das Projekt nach Einschätzung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) jedoch weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.
In einem aktuellen Ideenpapier fordert die DIHK niedrigere Hürden für Unternehmen, insbesondere für kleine und mittlere Betriebe. „Wenn Global Gateway ein internationales Gegengewicht sein soll, muss es für den europäischen Mittelstand endlich praxisnah, schnell und unkompliziert nutzbar sein“, erklärt Volker Treier, Außenwirtschaftschef der DIHK. Bislang scheitere die Beteiligung vieler Firmen an komplexen Ausschreibungen, fehlender Unterstützung bei der Partnersuche und unzureichender Risikoabsicherung.
Das Papier schlägt konkrete Verbesserungen vor: vereinfachte Vergabeverfahren, Garantien gegen Investitionsausfälle, einen zentralen One-Stop-Shop für Informationen sowie Fördermöglichkeiten mit niedrigeren Einstiegsschwellen. Auch die neuen Handels- und Investitionspartnerschaften der EU sollen stärker auf Unternehmensbedürfnisse zugeschnitten werden.
Darüber hinaus fordert die DIHK eine bessere Steuerung der Initiative. „Wenn langfristig ein Großteil der Investitionen aus privater Hand kommen soll, müssen Wirtschaftlichkeit und Planungssicherheit eine deutlich größere Rolle spielen. Dafür braucht es den Privatsektor auch in den Entscheidungsstrukturen“, betont Treier.
Global Gateway habe das Potenzial, weltweite Infrastrukturlücken zu schließen und gleichzeitig europäischen Firmen neue Märkte zu eröffnen. Damit dieses Ziel erreicht werde, müsse die Initiative nun konsequent nachgesteuert werden.
Weitere Informationen stellt die DIHK auf www.dihk.de bereit.
Quelle: DIHK – Deutsche Industrie- und Handelskammer. Foto: DIHK

