München. Der ADAC warnt Eltern eindringlich vor zwei Kindersitzen, die beim aktuellen ADAC Kindersitztest beim Frontalaufprall schwerwiegende Sicherheitsmängel zeigten. Betroffen sind die Modelle Chipolino Olympus i-Size und Reecle 360, letzterer auch unter den Bezeichnungen „ZA10 i-Size“ bzw. „946i i-Size“ bekannt.
Beide Sitze, die für die gesamte Dauer der Kindersitzpflicht zugelassen sind, versagten bei entgegen der Fahrtrichtung montiertem Einbau, wie er laut Gesetzgeber mindestens bis zum 15. Lebensmonat vorgeschrieben ist. Beim Crashtest rissen die Sitze aus der Basisstation, wurden umhergeschleudert oder durch Zusatzgurte gestoppt – Szenarien, die zu schweren Verletzungen der Kinder führen können.
„Eltern sollten diese Modelle nicht weiter verwenden, insbesondere nicht für Kinder unter zwei Jahren“, so die Empfehlung des ADAC. Die betroffenen Produkte dürfen trotz der Testergebnisse weiterhin verkauft werden, da sie die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllen. Ein gesetzlicher Anspruch auf Umtausch besteht daher nicht automatisch, eventuell jedoch ein Anspruch auf Sachmängelhaftung – das sollte im Einzelfall geprüft werden.
Der Hersteller Chipolino teilte mit, dass der betroffene Sitz nicht mehr angeboten werde, verweist jedoch auf mögliche Restbestände im Handel. Von Reecle liegt bislang keine Rückmeldung vor. Die vollständigen Testergebnisse veröffentlicht der ADAC am 21. Oktober.
Der ADAC empfiehlt generell, Kinder bis zum zweiten Lebensjahr entgegen der Fahrtrichtung im Kindersitz zu transportieren – auch über die gesetzlichen Vorgaben hinaus.
Quelle: ADAC. Foto: ADAC

