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Waffenruhe im Gazastreifen: UNICEF sieht Hoffnung für über eine Million Kinder

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Köln/Gaza. Die am Donnerstag verkündete Waffenruhe im Gazastreifen ist für viele Familien ein erster Hoffnungsschimmer – besonders für die mehr als eine Million betroffenen Kinder. In einem Pressebriefing der Vereinten Nationen in Genf betonte UNICEF-Vertreter Ricardo Pires, wie dringend eine dauerhafte Umsetzung der Vereinbarung sei, um das Leid der Jüngsten zu lindern.

„Ich war glücklich, als ich von der Waffenruhe hörte“, zitiert UNICEF den 13-jährigen Maisara aus Deir al-Balah. „Am meisten freut mich, dass wir nicht länger hungern müssen.“ Auch Rasha, ebenfalls 13, sprach von der Sehnsucht, Verwandte zu sehen und die Stadt Gaza wiederzusehen. Ihre Stimmen stehen stellvertretend für das Schicksal vieler Kinder in der Krisenregion.

Lebensnotwendige Hilfe muss endlich durchkommen

Seit über zwei Jahren leiden Kinder im Gazastreifen unter den Folgen des Konflikts: Mehr als 64.000 wurden verletzt oder getötet, ein Viertel davon trägt womöglich dauerhafte Schäden davon. UNICEF warnt nun vor einer weiteren Eskalation der Lage – insbesondere mit Blick auf den bevorstehenden Winter und die stark eingeschränkte medizinische Versorgung.

„Israel muss so viele Grenzübergänge wie möglich öffnen“, forderte Pires. Die Kindersterblichkeit drohe zu steigen, nicht nur bei Neugeborenen, sondern auch bei Kleinkindern mit geschwächtem Immunsystem. UNICEF hat bereits im Juli damit begonnen, Hilfsgüter wie Planen und Winterkleidung zu beschaffen, da die Lieferzeiten Monate betragen können.

Geplant ist unter anderem die Ausstattung aller Kinder unter zwölf Monaten mit Winterkleidung, die Lieferung von einer Million Decken sowie Hilfsmittel wie Rollstühle und Krücken. Zusätzlich sollen Wasser- und Abwassersysteme wieder instand gesetzt werden. UNICEF bereitet sich auch darauf vor, die Ernährungslage von rund 50.000 Kindern sowie 60.000 schwangeren und stillenden Frauen zu verbessern.

Ein Waffenstillstand allein reicht nicht

UNICEF mahnt, dass die Einigung über eine Waffenruhe nur der erste Schritt sein kann. „Ein echter Waffenstillstand muss mehr als Worte bedeuten“, so Pires. Kinder bräuchten Zugang zu Nahrung, medizinischer Versorgung, Bildung und geschützten Räumen. Ziel müsse es sein, eine Grundlage für den langfristigen Wiederaufbau zu schaffen, damit Kinder wie Maisara und Rasha ihre Kindheit zurückgewinnen können.

Wer die Arbeit von UNICEF unterstützen möchte oder mehr Informationen sucht, findet weitere Angaben unter unicef.de.

Quelle: UNICEF Deutschland.

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