Berlin/Mukran. Im Genehmigungsverfahren zum dauerhaften Betrieb des LNG-Terminals im Hafen von Mukran auf Rügen erhebt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) schwere Vorwürfe gegen das zuständige Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU). Der zentrale Kritikpunkt: Die mehr als 2000 Seiten umfassenden Antragsunterlagen des Betreibers Deutsche Regas seien nicht digital zugänglich, sondern nur vor Ort und zu eingeschränkten Zeiten einsehbar.
Antragsunterlagen nur in Papierform – Kritik an Behördenpraxis
Die Betreiberfirma hatte sich gegen eine Online-Veröffentlichung der Unterlagen ausgesprochen – die zuständige Behörde folgte diesem Wunsch offenbar. Ein Vorgehen, das laut DUH in anderen Bundesländern nicht dem üblichen Standard entspricht. Dort sei die digitale Offenlegung solcher Dokumente längst gängige Praxis.
Zudem verweigere das StALU die vollständige Herausgabe von Umweltinformationen, etwa zu Luftschadstoff- und Lärmemissionen, auf die die DUH bereits im April 2025 Einsicht beantragt hatte. Auch Monate später liegt keine vollständige Antwort vor.
DUH fordert Eingreifen von Umweltminister Backhaus
DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner fordert Umweltminister Till Backhaus zum Handeln auf: „Die Menschen auf Rügen haben ein Recht darauf zu erfahren, welche Risiken mit dem LNG-Terminal verbunden sind. Profitinteressen dürfen nicht entscheiden, welche Informationen zugänglich sind.“
Die DUH verlangt ein transparentes und diskriminierungsfreies Verfahren sowie eine korrekte Auslegung und Veröffentlichung der Unterlagen, wie sie andernorts üblich sei.
Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V.

