Frankfurt am Main. Der 45. Ordentliche Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am 7. November 2025 war mehr als ein routinemäßiges Gremientreffen. Es war ein Signal der Erneuerung, der Kontinuität und der Verantwortung – inhaltlich, personell und visuell. In seinem 125. Jubiläumsjahr präsentierte sich der DFB nicht nur mit einem neu konstituierten Präsidium, sondern auch mit einem rundum erneuerten Markenauftritt. Im Zentrum stand dabei eine klare Vision: die Umsetzung der Strategie 2030 und die langfristige Sicherung der Leistungsfähigkeit und gesellschaftlichen Wirkung des Fußballs in Deutschland.
Bernd Neuendorf als DFB-Präsident wiedergewählt
Mit überwältigender Zustimmung der 253 stimmberechtigten Delegierten wurde Bernd Neuendorf für eine zweite Amtszeit als DFB-Präsident bestätigt. Bereits im Vorfeld war er von sämtlichen Regional- und Landesverbänden sowie der Deutschen Fußball Liga (DFL) nominiert worden. In seiner Rede betonte Neuendorf die Stabilisierung des Verbandes in den vergangenen Jahren: „Der DFB hat seine Reputation wiederhergestellt. Wir stehen wieder für solides Arbeiten und einen klaren Weg.“ Gleichzeitig stellte er klar: „Wir wollen nicht nur verwalten, sondern gestalten.“
Für die Zukunft setzt Neuendorf auf die „Strategie 2030“, die als erste ganzheitliche Ausrichtung des Verbandes Ziele und Maßnahmen bis zum Ende des Jahrzehnts definiert. Es gehe darum, den DFB als moderne, effiziente und gesellschaftlich wirksame Organisation weiterzuentwickeln – ein Anspruch, der sich auch im neuen Markenbild des Verbandes widerspiegelt.
Neues Präsidium nimmt Arbeit auf
Nach dem Bundestag trat das neue Präsidium zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Neben Bernd Neuendorf bleiben Ronny Zimmermann (Amateure) und Hans-Joachim Watzke (DFL) als erste Vizepräsidenten im Amt. Unterstützt werden sie von Marc Lenz, Oliver Leki und Oke Göttlich (alle DFL), dem langjährigen Schatzmeister Stephan Grunwald und der neuen Vizepräsidentin für Frauen- und Mädchenfußball, Heike Ullrich.
Célia Šašić bleibt Vizepräsidentin für Diversität und Vielfalt, während Matthias Schöck als neuer Vizepräsident für den Strategieprozess das Präsidium erweitert. Aus den Regional- und Landesverbänden wurden Ralph-Uwe Schaffert, Hermann Winkler, Peter Frymuth, Thomas Bergmann und Silke Sinning bestätigt.
Dr. Holger Blask übernimmt Doppelfunktion
Eine zentrale Personalentscheidung war die Ernennung von Dr. Holger Blask zum Generalsekretär des DFB. Der bisherige Geschäftsführer der DFB GmbH & Co. KG übernimmt damit zusätzlich die operative Steuerung des Verbandes. Blask verantwortet künftig neben den Bereichen „Amateurfußball“, „Kommunikation“ und „Politische Beziehungen“ auch die Gesamtkoordination des Verbandes in seiner Doppelfunktion als Generalsekretär und Vorsitzender der DFB-Geschäftsführung.
DFB-Präsident Neuendorf sagte: „Blask vereint strategische Führung, wirtschaftliche Steuerung und sportpolitische Verantwortung.“ Unterstützung erhält er von Stephan Grunwald, der als Schatzmeister bestätigt wurde und künftig auch als CFO/COO der DFB GmbH & Co. KG agiert. Gemeinsam verantworten sie zentrale Geschäftsbereiche wie IT, Finanzen, Personal und Logistik.
Neuer Markenauftritt zum Jubiläum
Anlässlich seines 125-jährigen Bestehens hat der DFB auch seinen Markenauftritt grundlegend überarbeitet. Das neue Logo vereint drei Kernelemente: Organisation, Gesellschaft und Sport – die Grundpfeiler der DFB-Arbeit. Ziel sei es, so Holger Blask, „ein sichtbares Zeichen für strategische Weiterentwicklung“ zu setzen.
Das modernisierte Erscheinungsbild soll für Klarheit, Innovationskraft und Vielfalt stehen – vom Amateurfußball bis zur Nationalmannschaft. Mit dem Rebranding will der DFB auch seine Identität schärfen und stärker mit seinen Werten kommunizieren. Der neue Markenauftritt wird schrittweise über alle Kommunikationskanäle und Plattformen hinweg eingeführt.
Emotionale Ehrungen und Auszeichnungen
Neben den politischen und organisatorischen Themen setzten emotionale Momente wichtige Akzente. So wurden mit Bernard Dietz, Silvia Neid und der posthum geehrten Doris Fitschen drei prägende Persönlichkeiten des deutschen Fußballs zu DFB-Ehrenspielführer*innen ernannt. „Sie stehen für Haltung, Leistung und Vorbildfunktion“, betonte Bernd Neuendorf in seiner Laudatio.
Dietz, Kapitän der Europameistermannschaft von 1980, war für seine bescheidene, mannschaftsdienliche Art bekannt. Silvia Neid und Doris Fitschen prägten als Spielerinnen und Trainerinnen den deutschen Frauenfußball über Jahrzehnte – sportlich wie menschlich. Fitschen war 2025 im Alter von nur 56 Jahren verstorben.
Zum Ehrenmitglied des DFB wurde außerdem Dr. Hans-Dieter Drewitz ernannt. Der langjährige Jugendverantwortliche im Verband hatte über Jahrzehnte zentrale Weichen für den Amateur- und Jugendfußball gestellt. „Sein Wirken ist beispielgebend“, sagte Neuendorf.
U21-Nationalmannschaft: Zwei Debütanten gegen Malta und Georgien
Auch sportlich gab es frische Impulse: Für die bevorstehenden EM-Qualifikationsspiele der U21-Nationalmannschaft gegen Malta und Georgien nominierte Trainer Antonio Di Salvo unter anderem Arijon Ibrahimović vom 1. FC Heidenheim und Lennart Karl vom FC Bayern München erstmals in den Kader. Das Ziel sei klar: Sechs Punkte aus den beiden Spielen und eine gute Ausgangsposition für die EM 2027 in Albanien und Serbien.
Di Salvo lobte die Form der beiden Debütanten: „Sie haben sich durch starke Leistungen empfohlen.“ Die Begegnungen finden am 14. November in Fürth und am 18. November in Tiflis statt und werden jeweils live bei SAT.1 übertragen.
DFB im Aufbruch – was die neue Struktur für den deutschen Fußball bedeutet, lesen Sie nach dem Pagebreak.
Der DFB-Bundestag 2025 markiert einen Meilenstein für den Verband: personell breit aufgestellt, strategisch klar ausgerichtet und mit einem modernen Auftritt gerüstet für die Zukunft. Im Zentrum aller Entscheidungen steht dabei ein gemeinsames Ziel: den Fußball in Deutschland zukunftsfähig zu machen – auf allen Ebenen, von der Basis bis zur Spitze.
Quelle: Deutscher Fußball-Bund (DFB)

