Detailaufnahme des Periodensystems der Elemente mit verschiedenen chemischen Symbolen und Zahlen.

Chemiebranche Frankfurt: Industrie kämpft mit Umsatzrückgang

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Frankfurt/Main. Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland steht weiter unter Druck. Der aktuelle Quartalsbericht des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) zeigt für das dritte Quartal 2025 eine weiterhin angespannte Lage: Produktion, Umsätze und Preise sinken, besonders das Auslandsgeschäft schwächelt. Die Branche leidet unter globalen Überkapazitäten, hohen Standortkosten und politischer Unsicherheit – mit spürbaren Auswirkungen auch auf den Wirtschaftsstandort Frankfurt und Hessen.

Im Chemiegeschäft gingen die Umsätze außerhalb Europas stark zurück, während das Europageschäft stagnierte. Laut VCI lag die Kapazitätsauslastung in der Chemie nur noch bei 70 Prozent – deutlich unter der Rentabilitätsgrenze. Der Preisverfall bei Chemikalien und Pharmazeutika sowie die hohen Kosten verschärfen die Lage weiter. Auch der Pharmasektor spürt die Folgen geopolitischer Spannungen: US-Zölle und der globale Preisverfall treffen die Unternehmen hart.

Schwacher Export belastet Umsatzentwicklung

Besonders problematisch ist der Rückgang im internationalen Geschäft. Der Gesamtumsatz der Branche sank im Vergleich zum Vorquartal um 1,5 Prozent auf 52,1 Milliarden Euro – 2,3 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Die Produktion schrumpfte im gleichen Zeitraum um 0,3 Prozent. Die Aussichten bleiben trüb: Für das Gesamtjahr 2025 rechnet der VCI mit einem Produktionsrückgang von rund 2 Prozent im Chemiebereich, während die Pharmasparte diesen teils ausgleichen kann. Insgesamt wird ein Umsatzrückgang von etwa 1 Prozent auf 221 Milliarden Euro prognostiziert.

VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup warnt: „Die Industrie taumelt Richtung Jahresende. Produktion, Umsatz, Preise, Auslastung – alles steht im Minus.“ Trotz wirtschaftspolitischer Initiativen sei keine Trendwende in Sicht. Die Unsicherheit in der globalen Handelspolitik, etwa durch neue Zolldrohungen in den USA, verschärfe die Situation zusätzlich.

Wirtschaftliche Talsohle bei Chemie und Pharma – wie lange noch?

Der Verband fordert dringend eine entschlossene industriepolitische Kehrtwende, um Investitionen zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern. Ohne umfassende Maßnahmen drohe ein weiteres Abrutschen der Branche – mit Folgen für Arbeitsplätze, Innovationen und regionale Wirtschaftskreisläufe.

Frankfurt als zentraler Industriestandort ist von dieser Entwicklung besonders betroffen. Mit zahlreichen Chemie- und Pharmaunternehmen ist die Region eng mit der Exportdynamik und Innovationskraft dieser Branche verbunden. Die aktuelle Entwicklung betrifft nicht nur Großkonzerne, sondern auch mittelständische Zulieferer und Forschungspartner.

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