Oldenburg. Das Fraunhofer IDMT am Standort Oldenburg hat eine innovative akustische Technologie vorgestellt, die Drohnen auch dann erkennt, wenn sie außerhalb des Sichtfelds operieren. Die intelligente Sensorlösung ergänzt bestehende Radar-, Kamera- und Lidar-Systeme und bietet Vorteile bei schwierigen Umgebungsbedingungen wie Geländeabschattung oder Funkstörungen.
Die Drohnendetektion Fraunhofer IDMT basiert auf einer fortschrittlichen akustischen Analyse, die es ermöglicht, unbemannte Luftfahrzeuge über ihre Geräusche zu orten. Das System erkennt Drohnen in einem Umkreis von bis zu 200 Metern und kann dank 360°-Abdeckung auch „um die Ecke hören“. Damit schließt es eine Lücke in der Detektionstechnologie für sicherheitskritische Infrastrukturen, Flughäfen oder Industrieanlagen.
Hören statt sehen: neue Ansätze in der Drohnenabwehr
Seit 2016 arbeitet das Institut am Institutsteil für Hör-, Sprach- und Audiotechnologie (HSA) an der Entwicklung. Gefördert durch Projekte wie AMBOS (BMBF) und ALADDIN (Horizon 2020) entstand ein System, das mittlerweile praxistauglich und flexibel einsetzbar ist. Der Energiebedarf ist gering, was einen autonomen Akkubetrieb ermöglicht. Auch ein „Wake-Up“-Modus zur Aktivierung weiterer Sensoren nach akustischer Erkennung ist implementiert.
„Mit unserer akustischen Technologie bieten wir eine preiswerte und wartungsarme Ergänzung zu bestehenden Drohnendetektionssystemen“, erklärt Christian Rollwage, Gruppenleiter Audiosignalverbesserung am Fraunhofer IDMT.
Neben der Drohnendetektion ist das System theoretisch auf andere akustische Ereignisse wie Fahrzeuge oder Schüsse erweiterbar. Unternehmen aus dem Sicherheits- und Rüstungsbereich sowie Drohnenhersteller zählen zur Zielgruppe.
Perspektive: Sichere Lufträume mit Systemintegration
Die Akustiklösung lässt sich leicht in bestehende Sicherheitssysteme integrieren. Durch die Kombination mit Radar, Kamera und Lidar entsteht ein robuster Sensordatenverbund. Der Fokus liegt dabei auf Effizienz, Datenschutz und Praktikabilität – ein Ansatz, der auch für zivile Anwendungen zunehmend interessant wird.
Weitere technische Details und ein Demonstrationsvideo sind über den YouTube-Kanal des Fraunhofer IDMT sowie auf der Institutswebseite abrufbar.