Wietmarschen. In einem Legehennenbetrieb in der Grafschaft Bentheim wurde am 14. November 2025 der Ausbruch der hochansteckenden Geflügelpest bestätigt. Wie das Friedrich-Loeffler-Institut mitteilte, handelt es sich um den Subtyp H5N1 der hochpathogenen Aviären Influenza. Der betroffene Betrieb hält rund 353.000 Legehennen und 83.000 Junghennen.
Nachgewiesen wurde das Virus in einem von insgesamt neun Stallungen. Das Veterinäramt hatte alle Ställe beprobt – die weiteren Tests fielen negativ aus. Aktuell wird geprüft, ob eine tierschutzgerechte Tötung des gesamten Bestands notwendig ist oder ob ein Teil der Tiere verschont bleiben kann.
Restriktionszonen betreffen 280 Betriebe
„Wir suchen in Abstimmung mit dem Landwirtschaftsministerium nach einer Lösung, um möglichst viele Tiere zu retten“, erklärte Kreisveterinär Dr. Hermann Kramer. Eine Option sei, nur die betroffene Einheit sowie zwei benachbarte Ställe zu keulen. So könnten etwa 240.000 Legehennen weiterleben.
Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, hat der Landkreis eine Schutzzone im Umkreis von drei Kilometern und eine Überwachungszone mit zehn Kilometern eingerichtet. Diese reichen bis in den Nachbarlandkreis Emsland. Innerhalb der Zonen gelten strenge Auflagen für Transport, Stallhaltung, Hygiene und Desinfektion.
Insgesamt sind rund 2,5 Millionen Tiere in knapp 280 Betrieben von den Maßnahmen betroffen. Die entsprechende Allgemeinverfügung ist ab dem 15. November auf der Website des Landkreises Grafschaft Bentheim abrufbar.
Seuchenlogistikzentrum in Betrieb
Zur Bewältigung des Ausbruchs wurde in Nordhorn-Klausheide ein gemeinsames Tierseuchen-Logistikzentrum der Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim eingerichtet. Ehrenamtliche des Technischen Hilfswerks aus Nordhorn übernehmen dort die Dekontamination von Ausrüstung und Fahrzeugen.
Kreisveterinär Dr. Kramer appelliert an alle Geflügelhaltenden in der Region: „Bitte halten Sie sich strikt an die Biosicherheitsmaßnahmen und melden Sie Auffälligkeiten wie erhöhte Tierverluste oder verändertes Fressverhalten sofort an das Veterinäramt.“