Hannover. Der Niedersächsische Landtag hat am Dienstag grünes Licht für die Gründung der „Anstalt Niedersächsische Immobilienaufgaben“ (NIA) gegeben. Ab dem 1. Januar 2026 wird die neue Anstalt ihre Arbeit aufnehmen – mit dem Ziel, große Bauprojekte des Landes effizient umzusetzen und die Sanierung bestehender Landesgebäude systematisch voranzutreiben.
Die NIA soll als zentrale Bauherrin, Eigentümerin und Vermieterin für große Neu-, Um- und Erweiterungsbauten sowie Sanierungen auftreten. Als erstes Vorhaben ist der weitgehende Neubau der Justizvollzugsanstalt Hannover geplant. Neben der Erhöhung der Haftplatzkapazität auf 800 wird ein neuer Multifunktionssaal mit erhöhten Sicherheitsanforderungen entstehen – für die Durchführung großer Gerichtsverfahren.
Öffentlich-öffentliche Partnerschaft schafft Transparenz
Das Finanzierungsmodell der NIA basiert auf einem öffentlich-öffentlichen Mietverhältnis: Das Land beauftragt die NIA mit Bauprojekten und mietet die Gebäude langfristig. Die Mietzahlungen decken die Bau- und Unterhaltskosten. Damit wird die gesamte Gebäudenutzung erstmals als echte Ausgabe im Haushalt der nutzenden Ressorts abgebildet.
Finanzminister Gerald Heere betont: „Wir verbessern das Kostenbewusstsein und sorgen für dauerhafte Instandhaltung. Mit der NIA bauen wir nicht nur den Sanierungsstau ab, sondern verhindern auch, dass sich dieser erneut aufbaut.“
Eigenständige Finanzierung – keine Gewinnerzielung
Die NIA startet mit einem Trägerkapital von zehn Millionen Euro aus dem Sondervermögen Liegenschaftsfonds Niedersachsen. Kapitalerträge sollen die Anlauftätigkeiten finanzieren. Für ihre Projekte kann die NIA Kredite aufnehmen, die sie später aus Mieteinnahmen tilgt. Die benötigten Grundstücke stellt der Landesliegenschaftsfonds im Erbbaurecht zur Verfügung.
Die Ausführung der Projekte übernimmt das Staatliche Baumanagement Niedersachsen. Die Rechtsaufsicht liegt beim Finanzministerium. Gewinnorientierung ist ausdrücklich ausgeschlossen.
Mehr Informationen bietet das Niedersächsische Finanzministerium unter mf.niedersachsen.de.

