Hamburg. In der aktuellen Folge des N-JOY-Podcasts „Deutschland3000 mit Eva Schulz“ spricht Comedienne Filiz Tasdan offen über die deutsche Comedy-Szene, Diversität in den Medien und ihren Umgang mit einer bipolaren Störung. Die Berlinerin, bekannt aus der ARD-Reihe „falsch, aber anders lustig“, fordert mehr Tiefe und Mut zur Unperfektion in der humoristischen Unterhaltung.
Zur deutschen Comedy-Landschaft findet Tasdan klare Worte: „Korrekt. Zu korrekt noch. Es wird immer besser. Es sind sehr, sehr viele coole Leute, aber die müssen trotzdem noch ein bisschen darker und noch so ein bisschen auch mal ihre schlechten Seiten zeigen. Es ist alles noch zu glatt.“
Authentizität statt Gefälligkeit
Ihre Haltung zum eigenen Berufsverständnis bringt Tasdan pointiert auf den Punkt: „Das ist nicht der Job eines Comedians, People Pleaser zu sein.“ Statt sich anzupassen, gehe es ihr darum, auch unbequeme Themen auf die Bühne zu bringen – authentisch, ehrlich, roh.
Auch zur oft beschworenen Diversität in den Medien äußert sich die Comedienne kritisch. „Alle tun immer so, auch im Fernsehen und bei irgendwelchen Shows, als wären sie divers mit den Gästen. Aber die Diversität ist einfach nur, wenn jemand dunklere Haare hat, aber trotzdem gleich sozialisiert ist.“
„Die Krankheit ist immer da“
Besonders persönlich wird das Gespräch, als es um Tasdans psychische Gesundheit geht. Über ihre bipolare Störung sagt sie: „Diese Krankheit liegt einfach wie so ein Schleier die ganze Zeit über einem. Man kann machen, was man will, aber die ist halt immer da.“ Ihre Offenheit im Umgang mit der Erkrankung setzt ein Zeichen für mehr Sichtbarkeit und Enttabuisierung psychischer Erkrankungen.
Die komplette Folge ist in der ARD Audiothek abrufbar. Zusätzlich ist Filiz Tasdan in der zweiten Staffel von „falsch, aber anders lustig“ in der ARD Mediathek zu sehen.

