Berlin. Die am 21. November 2025 vom Bundeskriminalamt veröffentlichten Lagebilder zu „geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichteten Straftaten“ und „häuslicher Gewalt“ zeichnen ein besorgniserregendes Bild. Laut Daten des BKA steigt die Gewalt gegen Frauen in Deutschland weiter deutlich an – besonders im häuslichen Umfeld. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) sieht darin einen Angriff auf die Grundwerte der Gesellschaft.
BDK-Bundesvorsitzender Dirk Peglow betont: „Jede einzelne Tat steht für ein Leben, das nachhaltig beschädigt oder zerstört wurde. Politik, Gesellschaft und Sicherheitsbehörden müssen jetzt entschlossen und gemeinsam handeln.“
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass viele Täter aus dem näheren Umfeld der Opfer stammen – etwa aus Partnerschaften oder früheren Beziehungen. Gewalt gegen Frauen sei daher kein privates Problem, sondern Ausdruck gesellschaftlich verankerter Macht- und Kontrollstrukturen, so der BDK.
Schutzangebote und bessere Ermittlungen gefordert
Die steigende Zahl der Fälle trifft auf überlastete Behörden. Laut BDK braucht es deshalb unter anderem rund um die Uhr erreichbare Schutzangebote, eine engere Zusammenarbeit zwischen Polizei, Frauenhäusern und Justiz sowie eine bessere technische Ausstattung zur Beweissicherung. Auch die Ausbildung von Polizei und Justiz soll gestärkt werden, um geschlechtsspezifische Gewaltmuster frühzeitig zu erkennen.
Zudem fordert der Verband langfristige Investitionen in Forschung und Statistik, um das Dunkelfeld besser zu beleuchten und die Gewaltrealität präziser abbilden zu können. Ein gesellschaftlicher Wandel sei jedoch ebenso entscheidend: „Ohne eine breite Debatte über Geschlechterrollen und Machtverhältnisse wird sich nichts ändern“, so der BDK.

