Quantencomputer mit sichtbaren Kupferdrähten und komplexen Verbindungen in einer technischen Umgebung.

Deutscher Quantencomputer erstmals für externe Nutzer zugänglich

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Das Forschungszentrum Jülich hat gemeinsam mit Partnern des Großprojekts QSolid, darunter das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS, einen bedeutenden Durchbruch erzielt: Der Prototyp eines Quantencomputers wurde erfolgreich in die JUNIQ-Infrastruktur des Jülich Supercomputing Centres integriert und steht seit dem 17. November für externe Nutzer zur Verfügung.

Bereits nach 3,5 Jahren Projektlaufzeit können Anwender den systemintegrierten Quantencomputer für eine erste zweiwöchige Testphase nutzen. Der Computer ist cloudbasiert über die Plattform JuDoor erreichbar und verfügt derzeit über eine Leistungsfähigkeit von 10 Qubits. Ein Qubit ist die grundlegende Recheneinheit der Quantenmechanik.

Projektkoordinator Prof. Dr. Frank Wilhelm-Mauch betont die Besonderheit: „Es ist eine herausragende Teamleistung, dass wir ausgehend von der vom Chip aufwärts am Forschungszentrum Jülich hergestellten Hardware einen vollständigen Prototypen entwickeln konnten.“ Ein weiterer Prototyp soll bereits im Januar folgen.

Die Entwicklung basiert auf enger Zusammenarbeit zwischen Forschungsinstituten und Industriepartnern. Das Fraunhofer IPMS trägt wesentlich zur Entwicklung künftiger Quantenprozessor-Generationen bei, insbesondere durch kryogene Charakterisierung von CMOS-Schaltungen in Kooperation mit Globalfoundries sowie durch Advanced-Packaging-Aufbauten.

Als erste externe Nutzer nehmen die Industriepartner ParTec, ParityQC und HQS Quantum Simulations am zweiwöchigen Testlauf teil. Ihre Rückmeldungen sollen den Quantencomputer weiter optimieren. Zusätzlich plant das Team um Prof. Dr. Rami Barends, den aktuellen Quantenchip durch eine leistungsfähigere Version zu ersetzen.

Das mit 76,3 Millionen Euro geförderte Forschungsprojekt setzt wichtige Impulse für die Hightech Agenda Deutschland des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Wilhelm-Mauch erklärt: „Die Systemintegration ist eine Blaupause für die Entwicklung eines deutschen Quantencomputers und stellt aus technischer Perspektive einen idealen Startpunkt für die Hightech Agenda Deutschland dar.“

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