Washington. Auf dem US-Saudischen Investmentforum entwarf Tesla-Chef Elon Musk eine Zukunft, in der Arbeit keine Notwendigkeit mehr ist – und Geld an Bedeutung verliert. Künstliche Intelligenz und humanoide Roboter sollen schon in wenigen Jahren weite Teile des Berufslebens ersetzen.
Die These ist provokant, aber nicht neu: Schon in den 1930er Jahren prognostizierte der Ökonom John Maynard Keynes eine drastisch verkürzte Arbeitswoche dank technologischen Fortschritts. Musk sieht diese Vision nun kurz vor der Verwirklichung. Seiner Einschätzung nach könnten Menschen bald frei entscheiden, ob sie überhaupt noch arbeiten wollen – ähnlich wie beim eigenen Gemüseanbau: „Manche bauen es selbst an, andere kaufen es.“
KI als Alltagsassistent?
Musk verweist darauf, dass KI und Roboter schon bald Lehrer, Ärzte oder Manager ersetzen könnten. „Auch Geld wird irrelevant“, sagte er, und datierte diesen Wandel auf einen Zeitraum von zehn bis zwanzig Jahren. In seinen Augen stehen wir am Beginn einer Ära, in der Maschinen nicht nur die körperliche, sondern zunehmend auch die geistige Arbeit übernehmen.
Dass diese Entwicklung nicht nur theoretisch ist, zeigen aktuelle Beispiele: KI-Systeme schreiben inzwischen Texte, komponieren Musik und übernehmen komplexe Entscheidungsprozesse. Kritiker warnen jedoch vor sozialer Ungleichheit, Jobverlust und ethischen Fragen, die mit dieser Entwicklung einhergehen.
Arbeit als Lebenssinn?
Die Geschichte zeigt: Obwohl Technologien die Arbeitswelt immer wieder verändert haben, blieb Arbeit für viele ein zentraler Bestandteil des Lebens. Auch Keynes betonte, dass der Mensch trotz kürzerer Arbeitszeiten neue sinnstiftende Aufgaben finden müsse. Die Debatte um den Wandel der Arbeitswelt ist also nicht neu – aber aktueller denn je.

