Osnabrück. Der kanadisch-amerikanische Romancier John Irving hat entschieden, seine Buch-Tour durch die USA aus Protest gegen die Politik von Donald Trump abzusagen. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ äußerte Irving seine Empörung über die aktuellen politischen Verhältnisse in den Vereinigten Staaten und bezeichnete Trump als „autoritären Faschisten“.
Protest gegen Trump!
Irving, der in Toronto lebt, erklärte, dass er in den Händen des aktuellen amerikanischen Präsidenten sein geliebtes Land nicht wiedererkennen könne. „Es ist ein totalitäres Regime“, sagte der 83-Jährige und fügte hinzu, dass es für ihn unbegreiflich sei, wie die Demokratie derart niedergetrampelt werden konnte. Trotz seiner Verbundenheit zur Heimat, die er in seiner Literatur oft thematisiert, möchte er ein Zeichen setzen und boykottiert daher seine Lesereise durch die USA.
In seinen Aussagen kritisierte Irving die exekutive Macht von Trump, die seiner Meinung nach die US-Verfassung übersteige. „Die sogenannten Gesetzgeber im US-Repräsentantenhaus und im US-Senat wissen, dass er seine Befugnisse überschreitet und sie lassen es zu“, stellte Irving fest. Diese Situation beschreibt er als sehr alarmierend und erwähnt, dass die „feigen Republikaner“ mit ihrem Schweigen ebenfalls Verantwortung tragen.
Vorurteile und deren Auswirkungen
Irving sprach auch über die angespannte Beziehung zwischen den USA und seiner Wahlheimat Kanada. In einem Gespräch mit der kanadischen Schriftstellerin Margaret Atwood kam zur Sprache, dass die Ablehnung der Amerikaner in Kanada derzeit eine nie dagewesene Einigkeit erreicht hat. Er sagte: „Kanadier haben nichts gegen Amerikaner. Aber jeder, dem die Demokratie am Herzen liegt, muss Donald Trump ablehnen.“ Diese Einschätzung reflektiert die zunehmende Besorgnis über den Zustand der Demokratie in den USA und die Auswirkungen auf die internationalen Beziehungen.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Im Kontext von Irvings Aussagen wird deutlich, dass solche Proteste nicht nur einzelne Autoren, sondern auch eine breitere gesellschaftliche Bewegung reflektieren. Sein Verzicht auf die Buch-Tour ist ein starkes Signal für die politische Kultur in den Vereinigten Staaten und deren Wahrnehmung im Ausland. Für die Leser*innen seiner Werke und die literarische Gemeinschaft kann dies zu einer verstärkten Diskussion über Demokratie und politische Verantwortung führen.
In der gegenwärtigen globalen politischen Landschaft ist es essenziell, solche Stimmen zu hören und ihre kritische Perspektive ernst zu nehmen. John Irvings Protest gegen Trump unterstreicht, wie wichtig es ist, sich für demokratische Werte einzusetzen und die gesellschaftlichen Diskussionen auch in Zukunft fortzuführen.

