Berlin. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat umfassende Daten veröffentlicht, die die verheerenden Auswirkungen deutscher fossiler Geschäfte auf die Umwelt und die Menschenrechte dokumentieren. Der neu erschienene Bericht mit dem Titel „Atlas der Zerstörung“ legt dar, wie Deutschlands Öl- und Gasverbrauch weltweit Ökosysteme schädigt und die Klimakrise verschärft. Die DUH fordert eine radikale Wende in der Energiepolitik: Schluss mit neuen fossilen Langzeitverträgen und ein klarer Plan für den Ausstieg aus Öl und Gas sind gefordert.
Dringender Handlungsbedarf!
Die DUH hat in ihrem kürzlich veröffentlichten Atlas detaillierte Informationen zur Herkunft deutscher Ölimporte und damit verbundene Probleme systematisch erfasst. Der Bericht bietet konkrete Fallstudien, die die Verwicklung deutscher Unternehmen und staatlicher Institutionen in schädliche Umweltpraktiken offenlegen. Die Analyse erstreckt sich über die gesamte Wertschöpfungskette, von der Rohstoffförderung bis zur Verarbeitung und den Langzeitlieferverträgen.
Laut DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner zeigt der Bericht auf, welchen Preis andere Menschen und Ökosysteme für Deutschlands fossile Geschäfte zahlen müssen. „Dass Deutschland mit Länderlenkern wie denen aus Oman, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten neue langfristige Öl- und Gasverträge abschließt, zementiert fossile Wertschöpfungsketten“, erklärte Müller-Kraenner. Diese Fortführung fossiler Geschäfte wird als klimapolitisch verantwortungslos eingestuft.
Bisher unveröffentlichte Daten
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Atlas sind die bisher unveröffentlichten Daten zum Ölimport Deutschlands. Es wird aufgezeigt, dass das Land zunehmend Öl aus Ländern wie Nigeria, Saudi-Arabien und Guyana bezieht. Dort führt der Ölabbau nicht nur zu Umweltkatastrophen, sondern hat auch direkter Einfluss auf die Gesundheit der Bevölkerung, etwa durch kontaminiertes Grundwasser und gesundheitsschädliche Emissionen wie das Abfackeln ungenutzten Gases.
„Als einer der größten Öl- und Gasimporteure der Welt hat Deutschland die Verantwortung, den Übergang zu einer nachhaltigen Energiezukunft zu gestalten“, betonte Constantin Zerger, DUH-Leiter für Energie und Klimaschutz. Er fordert mehr Engagement für einen Ausstieg aus der Abhängigkeit von fossiler Energie und verweist auf die jährlich anfallenden Kosten von etwa 80 Milliarden Euro für fossile Importe.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Die Forderungen der DUH stellen einen Aufruf an die Bundesregierung dar, umwelt- und menschenfreundliche Alternativen in den Mittelpunkt der Energiepolitik zu rücken. Politische Entscheidungsträger sind gefordert, klimaschädliche Subventionen abzubauen und sofortige Schritte einzuleiten, um unhaltbare Energiepartnerschaften zu beenden. Die Umsetzung dieser Maßnahmen könnte nicht nur nationale Vorteile bringen, sondern auch ein wichtiges Signal für internationale Klimaschutzbemühungen senden.
Insgesamt zeigt der „Atlas der Zerstörung“, dass fossile Geschäfte und Umweltschutz nicht weiter miteinander in Einklang gebracht werden können. Die Region steht damit vor der Aufgabe, sich aktiv für die Reduktion fossiler Energieträger einzusetzen und nachhaltige Lösungen zu fördern.

