München. Der Automotive Aftermarket spielt eine zunehmend zentrale Rolle für die Profitabilität von Automobilzulieferern. Laut einer Analyse von Alvarez & Marsal (A&M) arbeiten viele Aftermarket-Komponenten mit negativen Margen. Durch einen strukturierten, datenbasierten Ansatz zur Aftermarket Margensteigerung für Zulieferer lassen sich jedoch signifikante Gewinnmöglichkeiten erschließen.
Margenhebel für Zulieferer
Die aktuellen Herausforderungen in der Automobilindustrie sind vielfältig: steigende Kosten, schwankende Nachfrage und ein intensiver Wettbewerb belasten die Gewinnmargen der Zulieferer. Der Automotive Aftermarket, der sich nach dem Produktionsende (End-of-Production, EOP) entfaltet, birgt oft ungenutzte Profitpotenziale. A&M zeigt, dass viele Unternehmen ihre Aftermarket-Produkte noch zu Preisen anbieten, die nicht die veränderten Kosten nach der Serie berücksichtigen.
Kostenfalle durch veraltete Preistrukturen
Ein grundlegendes Problem ergibt sich aus der Anwendung von ERP-Daten, die nicht die realen Bedingungen im Aftermarket widerspiegeln. So menunjukkan eine Fallstudie eines europäischen Tier-1-Zulieferers, dass ein Bauteil bei der Nachkalkulation einen Verlust von mehr als 20 Euro pro Einheit verursachte – trotz eines als kostendeckend ausgewiesenen Status im ERP-System. Rund ein Drittel aller analysierten Teile arbeitet demnach mit negativen Margen.
Strukturierte Preisprozesse für mehr Profitabilität
Alvarez & Marsal entwickelte in Zusammenarbeit mit einem Zulieferer ein Aftermarket-spezifisches Kostenmodell. Durch die Implementierung eines strukturierten Ansatzes wurde ein CM2-Uplift von über 50 % für identifizierte Teile erreicht. Die EBIT-Steigerung des Aftermarket-Bereichs um 2,9 Prozentpunkte zeugt von der Wirksamkeit dieser Maßnahmen. Zentrale Aspekte waren dabei das Schaffen von Kostentransparenz und die Etablierung klarer Verantwortlichkeiten.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Durch die Einführung der A&M 5-Step Methodology können Unternehmen ihre Margen nachhaltig steigern. Die Schritte umfassen:
- Kostentransparenz schaffen: Erfassung der realen Kosten im Aftermarket inklusive Effekte von Kleinserien und manuellen Prozessen.
- Margenlücken quantifizieren: Verlustbringende Teile identifizieren und neue Zielpreise definieren.
- Interne Abstimmung: Klare Zuständigkeiten festlegen und verschiedene Unternehmensbereiche eng verzahnen.
- Kunden einbinden: Transparente Business Cases entwickeln und Preisanpassungen als Win-Win-Lösung präsentieren.
- Wirkung monitoren: Regelmäßige Überprüfungen und Dashboards implementieren, um die Margen dauerhaft zu sichern.
Fazit zur Aftermarket-Margensteigerung für Zulieferer
In einem Marktumfeld geprägt von Kostensteigerungen und hohem Wettbewerbsdruck bietet der Aftermarket eine Chance, die Profitabilität nachhaltig zu stärken. Durch einen klar strukturierten und datenbasierten Ansatz kann dieser lange vernachlässigte Bereich zu einem stabilen und planbaren Profitpool für die Automobilzulieferer entwickelt werden. Unternehmen in der Region können von diesen Erkenntnissen profitieren und ihre strategische Position im Aftermarket ausbauen.