Berlin. Die Initiative „Wir versorgen Deutschland“ (WvD) fordert die Bundespolitik zu sofortigem Handeln auf, um die wohnortnahe und qualitativ hochwertige Hilfsmittelversorgung in Deutschland zu sichern. Konkret spricht sich WvD für die Beseitigung von strukturellen, digitalen und regulatorischen Hindernissen aus und legt dafür fünf zentrale Forderungen vor.
Forderungen zur Hilfsmittelversorgung
Die erste Forderung betrifft die Reduzierung der Vertragsvielfalt zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern. Um den hohen bürokratischen Aufwand zu minimieren, strebt WvD einen bundesweit einheitlichen administrativen Rahmenvertrag an. Dieser solle klare rechtliche und administrative Standards definieren, sodass künftige Verhandlungen sich primär auf Preise und die Qualität der Versorgung konzentrieren können. Das Ziel: mehr Zeit für die Patientenversorgung und weniger Zeitaufwand für administrative Tätigkeiten.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die schnelle Einbindung von Hilfsmittelleistungserbringern in die Telematikinfrastruktur (TI) und die elektronische Patientenakte (ePA). WvD widerspricht entschieden der Verschiebung der Anbindung auf 2027. Die vollständige digitale Vernetzung aller Akteure im Gesundheitswesen wird als entscheidend angesehen, um den Informationsfluss über Sektor- und Berufsgrenzen hinweg effizient zu gestalten.
Dokumentation und Präqualifizierung
Ebenfalls im Fokus stehen die Dokumentationspflichten im Bereich der Hilfsmittelversorgung. WvD fordert eine konsequente Vereinfachung und Digitalisierung dieser Pflichten. Dazu gehört die Einführung einfacher elektronischer Signaturen anstelle handschriftlicher Unterschriften. Neue Nachweispflichten werden strikt abgelehnt, da sie keinen echten Mehrwert für die Patientenversorgung darstellen.
Das bestehende Präqualifizierungsverfahren (PQ) wird als zu komplex und kostenintensiv kritisiert. WvD spricht sich für eine grundlegende Vereinfachung aus, beispielsweise durch weniger aufwendige Betriebsbegehungen. Gleichzeitig wird angeregt, von Berufsbild und Qualifikationsnachweisen herzu prüfen, welche Anforderungen möglicherweise bereits durch die vorhandene Ausbildung abgedeckt sind.
Ungleichbehandlung von Sanitätshäusern
Darüber hinaus fordert WvD die Abschaffung der Nullretaxation bei Formmängeln. Der derzeitige Zustand, bei dem kleine formale Fehler, wie etwa ein fehlendes Datum, dazu führen, dass die gesamte Vergütung einer ordnungsgemäß erbrachten Leistung entzogen wird, wird als unverhältnismäßig empfunden. Diese Regelung führt zu einer klaren Ungleichbehandlung von Sanitätshäusern im Vergleich zu anderen Gesundheitsdienstleistern.
„Die Sanitätshäuser, Gesundheitshandwerke und Homecare-Dienstleister wollen versorgen – nicht verwalten“, betonen Kirsten Abel und Dr. Henning Schweer, Generalsekretäre von WvD.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Diese Forderungen von WvD haben eine erhebliche Bedeutung für die regionale Hilfsmittelversorgung in Deutschland. Die angestrebten Reformen könnten dazu beitragen, die Qualität und Verfügbarkeit von Hilfsmitteln zu verbessern und bürokratische Hürden abzubauen. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet das, dass sie einfacher und schneller Zugang zu benötigten Hilfsmitteln erhalten können.
In der Diskussion um die Hilfsmittelversorgung in Deutschland ist es wichtig, dass die politischen Entscheidungsträger die Anregungen von WvD ernst nehmen, um die Zukunft der wohnortnahen Versorgung langfristig zu sichern. Die nächsten Schritte sollten in zeitnahen politischen Initiativen und Reformen münden.

