Berlin. Die PFAS-Strategie Deutschland rückt zunehmend in den Fokus, denn die Belastung durch per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen stellt europaweit eine wachsende Herausforderung dar. In einer gemeinsamen Presseinformation fordern der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) die EU-Kommission zum entschlossenen Handeln auf. Hersteller müssten stärker in die Verantwortung genommen werden, um den Eintrag problematischer Stoffe zu reduzieren und Wasserressourcen langfristig zu schützen. Parallel dazu bewertet der BDEW den Bundeshaushalt 2026 und sieht verpasste Chancen bei der Energie- und Wärmewende.
PFAS sind bereits heute weltweit in der Umwelt nachweisbar. Ihre Entfernung aus Rohwasserressourcen erfordert komplexe Technik, verursacht hohe Kosten und hinterlässt belastete Reststoffe, für deren Entsorgung praktikable Lösungen fehlen. Besonders die Stadtwerke Rastatt gelten als Beispiel für steigende Trinkwasserpreise infolge solcher Belastungen. Deshalb plädieren DVGW und BDEW für eine europaweite Strategie, die konsequent das Verursacherprinzip durchsetzt. Kosten für Sanierung und Schadensbegrenzung müssten dort entstehen, wo sie verursacht werden.
PFAS-Strategie Deutschland: Verbände fordern europäisches Handeln
„PFAS sind eine unsichtbare Gefahr für unsere Gesundheit und unsere Wasserressourcen“, betonen Dr. Wolf Merkel (DVGW) und Martin Weyand (BDEW). Die Chemikalienstrategie der EU und der Vorschlag zur universellen PFAS-Beschränkung seien erste richtige Schritte. Ein schrittweiser, technologiebasierter Ausstieg könne helfen, künftige Schadstoffeinträge zu verhindern. Von entscheidender Bedeutung sei die Rolle der Lebensmittelkette. Ein Gutachten des Hygieneinstituts am Universitätsklinikum Bonn belege, dass die Belastung durch Nahrung deutlich höher sei als durch Trinkwasser.
Für bereits bestehende Altlasten brauche es jedoch eine robuste Lösung. Sanierungskosten ließen sich nicht allein durch Wasserversorger auffangen. Beide Verbände appellieren daher an die EU-Kommission, einen strukturierten Dialogprozess mit allen relevanten Akteuren zu führen. Dieser müsse das Verursacherprinzip verbindlich verankern und eine faire Lastenverteilung ermöglichen.
Energiepolitik: Kritik und Lob zum Bundeshaushalt 2026
Neben der PFAS-Strategie Deutschland bewertet der BDEW auch den Bundeshaushalt 2026. Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, sieht wichtige Weichenstellungen ausgelassen. Zwar seien Stromsteuersenkung, Zuschüsse zu Übertragungsnetzentgelten sowie die Einrichtung des Deutschlandfonds positive Signale. Doch zentrale Bereiche der Energie- und Wärmewende blieben unterfinanziert.
So reiche der vorgesehene Etat für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft nicht aus. Der Etat enthalte größtenteils Mittel für bestehende IPCEI-Projekte, biete aber kaum Impulse für neue Vorhaben. Ohne ausreichende politische Unterstützung drohe Deutschland im internationalen Wettbewerb um Elektrolyseur-Technologien zurückzufallen.
Energiewende mit Handlungsbedarf
Besonderen Handlungsbedarf sieht der Verband bei der Förderung von Wärmenetzen. Die Verlagerung von Förderprogrammen in ein Sondervermögen gefährde Planungs- und Investitionssicherheit. Eine jährliche Mittelerhöhung auf mindestens 3,5 Milliarden Euro sei nötig, um im nötigen Tempo voranzukommen. Auch beim Industriestrompreis besteht aus Sicht des BDEW Nachsteuerungsbedarf. Die Finanzierung aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) entziehe Mittel, die für Zukunftstechnologien benötigt würden.
Im Bereich Elektromobilität sieht der Verband zwar einen ausreichenden Ausbau der Ladeinfrastruktur, kritisiert jedoch neue Förderprogramme als ineffizient. Stattdessen müsse eine ganzheitliche Strategie entwickelt werden, die Fahrzeugmarkt und Ladeinfrastruktur verzahnt und den Steuerrahmen langfristig stabilisiert.
Ein klarer Auftrag an Politik und EU
Die Debatten um die PFAS-Strategie Deutschland und den Bundeshaushalt 2026 zeigen deutlich: Sowohl beim Schutz der Wasserressourcen als auch beim Fortschritt der Energiewende sind strukturelle Entscheidungen notwendig. Verbände fordern mehr Verbindlichkeit, bessere Rahmenbedingungen und eine klare Verantwortungszuweisung. Nur so lassen sich ökologische Herausforderungen und wirtschaftliche Stabilität zugleich sichern.

