Z-IMG stellt Insolvenzantrag

Berlin. Die Z-IMG Zachert Ingenieurtechnik und Maschinenbau GmbH wird heute beim zuständigen Insolvenzgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen. Grund dafür ist der Rücktritt der Verkäuferseite von dem im Dezember 2024 geschlossenen Asset Deal, der es dem Unternehmen ermöglicht hätte, am 1. April 2025 neu zu starten. Damit entfällt die vertragliche Basis für die Fortführung des traditionsreichen Unternehmens in Rostock.

Zukunft des Traditionsbetriebs fraglich

Die Z-IMG GmbH hat ihre Wurzeln in der ehemaligen IMG, die über viele Jahre als bedeutender Industriestandort in Rostock bekannt war. Das Unternehmen war international anerkannt für Anlagen- und Automatisierungsbaulösungen im Schiffbau. Der Kauf durch Investor Olaf Zachert zielt auf eine Wiederbelebung des Unternehmens in einem aufstrebenden Markt. Die globale Schiffbauindustrie zeigt seit 2025 eine deutliche Belebung, die durch Modernisierungsprogramme und die Nachfrage nach speziellen technologischen Lösungen geprägt ist. Unter stabilen Rahmenbedingungen hätte Z-IMG gute Chancen gehabt, sich in diesem Umfeld nachhaltig zu behaupten.

Leider wurde die Kaufentscheidung auf unzuverlässige Informationen gestützt, da die ursprünglich angekündigte Projektpipeline von rund 380 Millionen Euro in der Vorbereitung auf etwa 45 Millionen Euro konkretisiert wurde. Dies führte zu Unsicherheiten hinsichtlich der künftigen Aufträge. „Wir waren überzeugt, diesem traditionsreichen technischen Standort eine neue Zukunftsperspektive geben zu können“, sagt Olaf Zachert. „Dass sich diese Erwartungen nicht erfüllt haben, trifft vor allem die Mitarbeitenden.“

Finanzierung und rechtliche Unsicherheiten

Die unklare vertragliche und rechtliche Situation führte dazu, dass externe Investoren nicht bereit waren, die dringend benötigte Kapitalzufuhr zu leisten. Es bestanden über Monate offene Fragen zu Eigentumsverhältnissen und Haftungsstrukturen, was eine direkte Kapitalbeteiligung erschwerte. Zudem blieben wichtige Punkte zu den gekauften Assets unklar, sodass eine transparente Geschäftsentscheidung nicht möglich war.

Trotz mehrfacher Angebote zur Klärung der Situation konnte keine Lösung gefunden werden. Der Rücktritt der Verkäuferseite hat somit die endgültige Grundlage für eine Fortführung des Unternehmens entzogen. „Die Antragstellung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die vertragliche Lage erstmals eindeutig ist“, so Zachert. „Der Gesellschafter ist bereit, die notwendige Liquidität bereitzustellen, um die offenen Löhne zu begleichen.“

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Auswirkungen auf Mitarbeitende und Region

Für die rund 60 Mitarbeitenden von Z-IMG ist die aktuelle Situation belastend. Der Insolvenzantrag bedeutet, dass das Unternehmen in einer geordneten Weise liquidiert werden könnte, um die ausstehenden Löhne zu regulieren. Zugleich hat der Investor angekündigt, die Ereignisse der letzten Monate rechtlich aufarbeiten zu lassen. Dies könnte möglicherweise zu einem besseren Verständnis der zuvor unklaren vertraglichen Verhältnisse führen und damit langfristig das Fundament für eine eventuelle Rückkehr des Unternehmens stärken.

In Rostock und der umliegenden Region hat die Z-IMG GmbH traditionell eine wichtige Rolle im Schiffbau gespielt. Eine Insolvenz könnte daher nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch die wirtschaftliche Situation der Region stark beeinflussen. Die Situation bleibt angespannt, aber durch die offizielle Klärung der Rahmenbedingungen besteht zumindest die Möglichkeit, die offenen Löhne durch die Insolvenz zu regulieren.

Die beantragte Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist ein entscheidender Schritt, um die Klarheit zu schaffen, die sowohl dem Unternehmen als auch den Mitarbeitenden zusteht. Der Insolvenzantrag Z-IMG könnte somit die Grundlage für eine angepasste Neuausrichtung und vielleicht auch für einen zukünftigen Neustart legen.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Threads
X

Weitere Artikel