Dortmund. Anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember fordert der Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik (BIV-OT) bessere Rahmenbedingungen für die Sicherstellung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Die aktuelle Versorgungslage steht zunehmend unter Druck, was dringend Maßnahmen erfordert, um eine zuverlässige Unterstützung zu gewährleisten. Teilhabe braucht Versorgungssicherheit.
Bessere Rahmenbedingungen gefordert
Die Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen in Medien und Gesellschaft hat in den letzten Jahren zugenommen. Diese Veränderungen sind bedeutsam, da sie aufzeigen, welche Fortschritte moderne Hilfsmittel für Mobilität und Selbstbestimmung ermöglichen. Dennoch ist eine funktionierende Versorgungsstruktur notwendig, um aus dieser Repräsentation eine gelebte Realität zu machen. Der BIV-OT hebt hervor, dass individuelle Hilfsmittel unabdingbar sind, um Teilhabe und Selbstständigkeit zu fördern.
Technische Orthopädie spielt hierbei eine zentrale Rolle. Sie bietet Menschen mit Behinderungen maßgeschneiderte Lösungen – von Prothesen über Orthesen bis hin zu Rollstühlen – die es ermöglichen, aktiv am sozialen Leben, in Bildung und Beruf teilzunehmen. „Orthopädietechniker übersetzen medizinische Diagnosen in individuelle, alltagstaugliche Lösungen – mit hoher fachlicher Kompetenz und großer Verantwortung für die Menschen, die sie versorgen“, erklärte Alf Reuter, Präsident des BIV-OT.
Fachkräftemangel und bürokratische Herausforderungen
Den Anforderungen an eine umfassende Versorgung stehen jedoch leider erhebliche Hürden gegenüber. Ein akuter Fachkräftemangel und komplexe bürokratische Strukturen setzen die Betriebe unter Druck. Obwohl die duale Ausbildung im Bereich der Orthopädie-Technik international anerkannt ist, entscheiden sich viele potenzielle Auszubildende gegen diesen Beruf. Die lange Ausbildungszeit – in der Regel bis zu acht Jahre für einen Meisterbrief – ist ein weiterer Faktor, der den Einstieg in diesen Berufszweig erschwert.
Zusätzlich belasten administrative Aufgaben und unterschiedlich regulierte Verträge die Ressourcen der Unternehmen. Diese strukturellen Belastungen führen zu Engpässen in der direkten Patientenversorgung. Dies hat direkte negative Auswirkungen auf die Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen, die auf diese Hilfen angewiesen sind.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgungsstruktur
Um die Herausforderungen zu bewältigen und die Versorgungssituation zu verbessern, fordert der BIV-OT verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und effektive digitale Strukturen. „Damit Menschen mit Behinderungen ihren Alltag selbstbestimmt gestalten können, brauchen wir ein starkes Orthopädie-Technik-Handwerk“, betonte Reuter.
Der Verband arbeitet aktiv an Lösungsansätzen, um die Attraktivität des Berufs zu steigern und gleichzeitig bürokratische Hürden abzubauen. Langfristige Perspektiven für Fachkräfte und die Schaffung eines stabilen Arbeitsumfelds sind entscheidend für die Aufrechterhaltung einer adäquaten Versorgung.
Ein Umdenken in der Politik und die Implementierung geeigneter Maßnahmen sind erforderlich, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, die für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen unumgänglich ist. Die Forderung nach verbesserten Rahmenbedingungen zeigt einmal mehr: Teilhabe braucht Versorgungssicherheit.

