Berlin. Das Finanzierung Biodiversität Landwirtschaft stand im Mittelpunkt des F.R.A.N.Z.-Fachforums, das am 20. November in Berlin Akteure aus Landwirtschaft, Finanz- und Ernährungswirtschaft sowie Wissenschaft zusammenbrachte. Ziel war es, über innovative Modelle zur Finanzierung von Biodiversitätsmaßnahmen zu diskutieren, die über klassische agrarpolitische Instrumente hinausgehen.
Im Zentrum der Veranstaltung stand die Frage, wie Landwirtinnen und Landwirte wirksame Naturschutzmaßnahmen langfristig umsetzen können. Eine faire und verlässliche Finanzierung sei dafür entscheidend, betonte Claudia Bühler, Vorständin der Umweltstiftung Michael Otto. Sie verwies auf die Verantwortung sowohl der Politik als auch der Wirtschaft. Aktuelle IPBES-Analysen zeigen laut Dr. Frederike Neuber (Agora Natura) eine weltweite Finanzierungslücke von bis zu 824 Milliarden US-Dollar jährlich im Biodiversitätsschutz.
Das F.R.A.N.Z.-Projekt erprobt seit neun Jahren Maßnahmen, die Artenvielfalt sichern und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig sind. Viele der entwickelten Ansätze wurden bereits in Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen mehrerer Bundesländer integriert. Steffen Pingen vom Deutschen Bauernverband unterstrich, dass ein verlässlicher agrarpolitischer Rahmen unverzichtbar sei, gleichzeitig aber privates Engagement eine wichtige Ergänzung darstellen müsse.
Finanzierung Biodiversität Landwirtschaft: neue Modelle und gemeinsame Ansätze
Das Fachforum präsentierte zahlreiche innovative Finanzierungswege. Dazu zählen private Investitionen über digitale Marktplätze, wirksamkeitsorientierte Monitoringmethoden sowie Beiträge von Unternehmen, Banken und Versicherungen entlang der Lieferketten. Marcel Winter von der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie hob hervor, dass tragfähige Lösungen nur durch branchenübergreifende Zusammenarbeit entstehen können.
Auch die Frage, wie Erfolgskontrolle praxistauglich gestaltet werden kann, spielte eine wichtige Rolle. Nadine Becker von der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft betonte, dass bereits umfassendes Wissen über wirksame Maßnahmen vorliege. Nun gehe es darum, geeignete Indikatoren zu entwickeln. Roland Mühlethaler vom Michael-Otto-Institut im NABU ergänzte, dass positive Korrelationen zwischen Zielarten die Messung vereinfachen können.
Im letzten Projektjahr sollen Ergebnisse weiter verbreitet und für Finanzierungsentscheidungen nutzbar gemacht werden. Dabei sei eine gemeinsame Verständigung unterschiedlicher Branchen essenziell, erklärte Johanna Gundlach vom Bundesamt für Naturschutz.
Die Diskussionen des Fachforums zeigen, dass das Thema Finanzierung Biodiversität Landwirtschaft immer stärker in den Fokus rückt. Mit praxistauglichen und ökonomisch tragfähigen Lösungen kann Naturschutz in Agrarlandschaften langfristig erfolgreich sein. Weitere Informationen bietet das Projekt online unter franz-projekt.de.

