Kassel. In den Wintermonaten leiden viele Menschen unter Antriebslosigkeit und emotionaler Instabilität. Ein möglicher Grund, der verstärkt in den Fokus rückt, ist der Vitamin-D-Spiegel im Körper. Zwei Pharmakologinnen der Vitos Kliniken für forensische Psychiatrie haben wichtige Informationen über die Rolle von Vitamin D für die psychische Gesundheit und den Umgang mit weit verbreiteten Mythen zusammengetragen.
Winterhilfe durch Vitamin D
Die körpereigene Produktion von Vitamin D ist in Deutschland nur von März bis Oktober möglich. In den Wintermonaten, von November bis Februar, erreichen die Sonnenstrahlen nicht die erforderliche Intensität, um genügend UVB-Strahlung auf die Haut zu bringen. Laut der Pharmakologin Nicole Erlacher muss der Körper in dieser Zeit auf die gespeicherten Reserven zurückgreifen, die je nach Person unterschiedlich gefüllt sein können.
Vitamin D spielt eine zentrale Rolle im menschlichen Gehirn, da es die Produktion von Serotonin und die Verarbeitung von Dopamin beeinflusst. Beide Neurotransmitter sind entscheidend für Stimmung, Konzentration und emotionale Stabilität. Neben diesen Aspekten wirkt Vitamin D auch entzündungshemmend. Dennoch betonen die Expertinnen, dass große Fachgesellschaften Vitamin-D-Präparate nicht als alleiniges Mittel zur Therapie von Depressionen empfehlen. Sie sollen vielmehr als Ergänzung zur Standardbehandlung eingesetzt werden.
Wer ist besonders betroffen?
Ein Vitamin-D-Mangel betrifft häufig Menschen, die sich selten im Freien aufhalten, wie Büroangestellte, ältere Menschen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität. Auch gravierende Erkrankungen der Haut, Leber oder Nieren können die natürliche Bildung von Vitamin D negativ beeinflussen. Zu den typischen Symptomen eines Mangels zählen Stimmungsschwankungen, Konzentrationsprobleme und Antriebslosigkeit. Dr. Gudrun Hefner weist zudem auf die wichtige Rolle von Vitamin D für die Knochengesundheit hin.
Um festzustellen, ob eine zusätzliche Einnahme von Vitamin D notwendig ist, sollte ein Bluttest beim Arzt durchgeführt werden. Die Ernährung deckt in der Regel nur 10 bis 20 Prozent des Bedarfs ab, während der Großteil durch Sonnenlicht entsteht. Bei festgestelltem Mangel sind Tropfen oft besser verträglich als Tabletten, da Vitamin D fettlöslich ist. Eine Kombination mit anderen Vitaminen ist nur dann ratsam, wenn auch dort Mängel vorliegen.
Risiken einer Überdosierung
Ein häufig übersehenes Risiko stellt die Eigenverabreichung von hohen Vitamin-D-Mengen dar. Das Vitamin wird im Körper gespeichert und nicht über die Nieren ausgeschieden. Eine zu hohe Dosierung kann zu einer Hyperkalzämie führen, die mit Beschwerden wie Übelkeit, Appetitlosigkeit und sogar ernsthaften gesundheitlichen Problemen wie Nierenschäden einhergehen kann.
Um gut durch den Winter zu kommen, empfehlen die Expertinnen, die Vitamin-D-Speicher während des Sommers aufzufüllen und regelmäßig Zeit im Freien zu verbringen.
Die Vitos Kliniken leisten einen wichtigen Beitrag zur psychischen Gesundheit in Hessen. Durch ihre umfassenden Angebote in der psychiatrischen Behandlung unterstützen sie Menschen, die an psychischen Erkrankungen leiden.
Die Erkenntnis über die Rolle von Vitamin D für die psychische Gesundheit zeigt, wie wichtig es ist, auf die eigenen Vorräte zu achten. Vitamin D ist nicht nur entscheidend für das Wohlbefinden, sondern auch für die allgemeine Gesundheitsförderung.

