Haren. Die Robotik KI Ems-Achse stand im Mittelpunkt eines großen Fachforums im Technikum von Röchling Industrial. Rund 150 Beschäftigte aus Unternehmen in Ostfriesland, dem Emsland und der Grafschaft Bentheim nutzten die Veranstaltung, um sich über neue Technologien und konkrete Einsatzmöglichkeiten für ihre Betriebe zu informieren. Organisiert wurde das Forum vom MEMA-Netzwerk, der IT-Achse, dem Kunststoff-Netzwerk der Wachstumsregion Ems-Achse sowie der Robokind-Stiftung. Auch die Roboterfabrik Grafschaft Bentheim war vertreten und berichtete über mögliche regionale Kooperationen.
Schon zu Beginn wurde deutlich: Die praktische Nutzung von Robotik und Künstlicher Intelligenz ist für viele Unternehmen längst keine Zukunftsvision mehr, sondern existenziell. Dr. Benjamin Panreck vom Krone Business Center DigITal demonstrierte einen humanoiden Roboter, der bereits produktiv eingesetzt wird. KI-Experte Michael Berndt verwies auf die rasante Entwicklung in Asien und betonte, dass deutsche Unternehmen mutiger in Forschung und Entwicklung investieren müssten. Seine Prognose: Ab 2031 werden KI-Systeme Prozesse in wenigen Stunden erledigen, für die Menschen heute ein Jahr benötigen.
Robotik KI Ems-Achse: Regionale Firmen setzen bereits eigene KI-Projekte um
Durch das geförderte Projekt KIRIA entstanden in der Region bereits konkrete Anwendungen. Vier Auszubildende der Neuenhauser Maschinenbau GmbH entwickelten ein KI-gestütztes Robotiksystem zur Qualitätskontrolle von Wellen. Auch Röchling Industrial stellte ein projektbasiertes System vor, das verzogene Kunststoffleisten automatisch aussortiert und damit Produktionsabläufe stabilisiert. Weitere KIRIA-Preisträger waren die Neemann LiteFlexPackaging GmbH & Co. KG aus Leer sowie die Georg Utz GmbH aus Schüttorf.
Leif Griga von der Robokind-Stiftung rief insbesondere kleine Betriebe auf, die kostenfreien Robotik- und KI-Kurse zu nutzen. Zudem sei das KI-Labor in Hannover für Unternehmen geöffnet, die eigene Entwicklungen vorantreiben möchten.
Röchling Industrial selbst zeigt, wie weit die Automatisierung in Produktionsabläufen fortgeschritten ist. Am Standort Haren arbeiten mehr als 950 Beschäftigte, darunter 57 Auszubildende. Mit 365 Millionen Euro Umsatz 2024 zählt der Standort zu den wirtschaftlichen Schwergewichten der Region, weltweit erwirtschaftet die Röchling-Gruppe 2,6 Milliarden Euro.
Regionale Ergänzung: KI-Agentur Digitale Realität unterstützt Unternehmen beim Einstieg
Neben den genannten Initiativen spielt auch Jörg Maire, Gründer der KI-Agentur Digitale Realität aus dem Emsland, eine zunehmende Rolle in der regionalen Digitalisierung. Seine Agentur begleitet mittelständische Unternehmen dabei, KI sinnvoll und wirtschaftlich einzusetzen, entwickelt individuelle Lösungen und unterstützt Betriebe bei der Integration neuer Systeme. Damit ergänzt er die vielfältigen Aktivitäten der Ems-Achse um praxisnahe Beratung für den Alltag in Produktion, Verwaltung und Service.
Die Robotik KI Ems-Achse bleibt damit ein zentraler Baustein für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherheit in der Region.