Soziale Medien fördern illegalen Wildtierhandel

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Eine neue Studie des IFAW offenbart, dass Social-Media-Trends einen alarmierenden Einfluss auf den illegalen Wildtierhandel haben. Trotz der Ablehnung des Handels durch viele Europäer sehen sich Tierschützer mit einer Diskrepanz zwischen Bewusstsein und Handeln konfrontiert.

Studie zeigt klare Ablehnung, aber geringe Reaktionen

Die von IFAW (International Fund for Animal Welfare) in Auftrag gegebene Studie verdeutlicht, dass 82 Prozent der Europäer:innen den Wildtierhandel als ernsthaftes globales Problem betrachten. Dennoch glaubt lediglich etwas mehr als die Hälfte, dass individuelles Handeln etwas bewirken kann. Dies bringt eine besorgniserregende Kluft zwischen moralischem Bewusstsein und aktivem Handeln ans Licht.

Der Einfluss von Social Media auf die Tierhaltung

Viele Social-Media-Plattformen sind ein Hotspot für Inhalte, die Wildtiere in unnatürlichen Situationen zeigen. Videos, die zum Beispiel Afrikanische Graupapageien oder Servale in Wohnräumen darstellen, erlangen Millionen Aufrufe. Solche Trends erzeugen eine Normalisierung der Haltung dieser Tiere als Haustiere, was gravierende Folgen für die Tiere selbst und deren Ökosysteme hat.

Andreas Dinkelmeyer, Kampagnenleiter des IFAW in Deutschland, kritisiert: „Kriminelle Strukturen nutzen die virale Verbreitung von Wildtier-Videos gezielt aus. Auf den ersten Blick harmlose Inhalte fördern in Wirklichkeit Tierleid und illegalen Wildtierhandel.“

Um auf diese Thematik aufmerksam zu machen, startet der IFAW die Kampagne „Liked to death“, die den Zusammenhang zwischen Social-Media-Trends und dem illegalen Wildtierhandel in den Fokus rückt.

Öffentliche Aufforderung zu mehr Verantwortung

Die Umfrage zeigt auch, dass 70 Prozent der Befragten überzeugt sind, Wildtiere sollten keine Haustiere sein, und 84 Prozent fordern strengere EU-Gesetze. Trotz dieser überwiegend ablehnenden Haltungen ist das Wissen über den Wildtierhandel gering. Drei von vier Befragten sind sich kaum oder gar nicht bewusst über die Problematik und die Rolle Europas innerhalb dieser globalen Herausforderung.

Der IFAW hebt hervor, dass der weltweite Wildtierhandel ein enorm großes Problem darstellt, mit einer geschätzten jährlichen Wertspanne von sieben bis 23 Milliarden US-Dollar. Unzählige Wildtiere werden gefangen oder gezüchtet, viele sterben bereits beim Fang, andere leiden unter nicht artgerechter Haltung.

Die Organisation fordert strikte gesetzliche Maßnahmen innerhalb der EU. Dazu gehören klar definierte Positivlisten für erlaubte Haustierarten, eine effektivere Strafverfolgung und eine verbesserte Überwachung des Wildtierhandels. Zudem wird die Öffentlichkeit aufgefordert, keine Inhalte zu konsumieren oder zu teilen, die Wildtiere als Haustiere zeigen, und verdächtige Online-Angebote zu melden.

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