Historischer Tiefstand bei gesetzlich Versicherten
Die deutschen Arztpraxen haben im Jahr 2023 einen historischen Wendepunkt erreicht: Nur noch 67,0 Prozent ihrer Einnahmen stammten aus der Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilt, ist dies der niedrigste Wert seit Beginn der gesamtdeutschen Erhebung im Jahr 2000. Gleichzeitig stieg der Anteil der Privatpatientenabrechnung auf 28,0 Prozent – ein deutliches Zeichen für die veränderte Einnahmestruktur im deutschen Gesundheitswesen.
Kontinuierlicher Trend seit Jahren erkennbar
Die Entwicklung zeigt einen klaren Trend: Während Arztpraxen im Jahr 2021 noch 71,7 Prozent ihrer Umsätze über Kassenpatienten erzielten, sank dieser Anteil 2022 auf 71,1 Prozent. Der Rückgang um weitere vier Prozentpunkte binnen eines Jahres auf nun 67,0 Prozent im Jahr 2023 verdeutlicht die zunehmende wirtschaftliche Bedeutung privatärztlicher Leistungen. Die Statistik erfasst alle niedergelassenen Arztpraxen in Deutschland und gibt damit einen repräsentativen Überblick über die Einnahmestruktur im ambulanten Gesundheitssektor.
Auswirkungen auf die Patientenversorgung
Experten beobachten diese Verschiebung mit Aufmerksamkeit, da sie möglicherweise Auswirkungen auf die Versorgung gesetzlich versicherter Patienten haben könnte. Der wachsende Anteil privater Abrechnungen deutet darauf hin, dass Arztpraxen verstärkt auf lukrativere Privatpatienten und Selbstzahlerleistungen setzen. Ob dieser Trend auch in den kommenden Jahren anhält, wird die nächste Erhebung des Statistischen Bundesamtes zeigen.

