Osnabrück. Die Lebensmitteltafeln in Deutschland erfreuen sich derzeit eines Rekords an ehrenamtlichen Helfern. Der Vorsitzende von Tafel Deutschland, Andreas Steppuhn, gab bekannt, dass in diesem Jahr rund 77.000 Engagierte aktiv sind – ein Anstieg um 2.000 im Vergleich zum Vorjahr. Trotz dieser positiven Entwicklung fehlen jedoch einem Drittel der Tafeln immer noch dringend Unterstützer.
Helfer bei Lebensmitteltafeln gesucht!
Die Aufgaben der Tafeln haben in den letzten Jahren zugenommen, besonders im Bereich der Logistik. Viele Tafeln haben ihre Öffnungszeiten verlängert, um Aufnahmestopps zu vermeiden, können jedoch nicht überall die benötigte Anzahl an Helfern mobilisieren. „Die Lage bleibt angespannt“, so Steppuhn. Aktuell kommen rund 1,5 Millionen Menschen regelmäßig zu den Tafeln. Trotzdem haben etwa 25 Prozent der Tafeln Wartelisten oder temporäre Aufnahmestopps. „Wir haben eine natürliche Grenze erreicht – viel mehr als heute ist bei den Tafeln nicht möglich“, fügte Steppuhn hinzu.
Ein weiteres Anliegen ist die kürzliche Entwicklung im Bereich der verfügbaren Lebensmittel. Laut Steppuhn nehmen die geretteten Lebensmittel aus Supermärkten und Discountern tendenziell ab. Diese Veränderung führt zu einer zusätzlichen Herausforderung für die Tafeln, die vor allem auf freiwillige Hilfe angewiesen sind. „70 Prozent unserer Ehrenamtlichen sind über 63 Jahre alt. Es ist jedoch schwierig, jüngere Menschen als Helfer zu gewinnen“, erklärte Steppuhn. Um die Situation zu verbessern, sei es notwendig, mehr Menschen für ehrenamtliche Tätigkeiten zu begeistern, insbesondere für Leitungsfunktionen.
Ehrenamt attraktiver gestalten
Anlässlich des „Tages des Ehrenamtes“ fordert Steppuhn die Politik auf, ehrenamtliches Engagement zu fördern und attraktiver zu gestalten. Er schlägt ein „Recht auf Ehrenamt“ vor, das es allen ermöglichen sollte, sich auch während ihrer beruflichen Laufbahn zu engagieren. „Dafür sollte der Gesetzgeber den Rahmen schaffen“, betonte er. Weiterhin fordert er praktische Maßnahmen wie die kostenfreie Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) sowie eine flächendeckende Ehrenamtskarte, die Vergünstigungen im Alltag bieten könnte, um die Aufwände der Ehrenamtlichen zu reduzieren.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Die Situation der Lebensmitteltafeln hat auch für die Stadt Osnabrück und umliegende Regionen weitreichende Implikationen. Bürgerinnen und Bürger, die sich für ehrenamtliche Tätigkeiten interessieren, sind eingeladen, sich bei den örtlichen Tafeln zu informieren. Die Unterstützung kann bereits durch kleine Beiträge in Form von Zeit oder Material erfolgen. Angesichts der stetig steigenden Nachfrage ist die Beteiligung an den Lebensmitteltafeln entscheidend, damit auch in Zukunft bedürftige Menschen versorgt werden können. Das Engagement von ehrenamtlichen Helfern der Lebensmitteltafeln ist somit wichtiger denn je. Weitere Informationen zu den Tafeln und Möglichkeiten des Mitwirkens finden Sie auf der offiziellen Seite Tafel Deutschland.

