Gießen. Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) hat einen bedeutenden Schritt zur Verbesserung der Brustkrebsversorgung in Hessen unternommen. Die Gießener Frauenklinik und das Brustzentrum Marburg haben sich zu einem gemeinsamen, standortübergreifenden Brustzentrum zusammengeschlossen. Dieses neue Zentrum wird als eine der größten Einrichtungen seiner Art in Hessen fungieren und zielt darauf ab, die Versorgung von Patientinnen mit Brustkrebs signifikant zu steigern.
Durch die enge Kooperation der beiden Standorte wird eine einheitliche Qualität in der Diagnostik, Therapie und Nachsorge gewährleistet. Die Leitung des neu gegründeten Zentrums übernimmt Prof. Dr. Uwe Wagner, während Dr. Anne Wiegand als zentrale Ansprechpartnerin in Gießen agieren wird. Ein innovativer Ansatz im neuen Zentrum wird die Einführung einer neuen Brustsprechstunde sein, die dreimal pro Woche angeboten wird und durch die Fachrichtungen Gynäkologie und Radiologie unterstützt wird.
Neue Hoffnung gegen Brustkrebs
Durch den Zusammenschluss haben Patientinnen künftig Zugang zu einer noch umfassenderen Betreuung. An beiden Standorten wird eine interdisziplinäre Zusammenarbeit unter einem gemeinsamen Dach gefördert, was zu einer besseren Abstimmung der Behandlungspläne führen wird. Die senologische Diagnostik in Gießen wird von zwei erfahrenen Experten geleitet, die modernste Technologien wie digitale Mammographie, 3D-Sonographie und MRT einsetzen.
Die zügige Diagnostik ist ein zentrales Anliegen des neuen Brustzentrums. Die Patientinnen können bereits einen Tag nach einer bildgestützten, minimalinvasiven Gewebeentnahme mit Ergebnissen rechnen, was die Phase der Unsicherheit erheblich verkürzt. Die Methodik und die Kooperation mit dem Institut für Pathologie in Marburg fördern diese Effizienz, was für viele betroffene Frauen von großer Bedeutung ist.
Mit der Schaffung des gemeinsamen Brustzentrums rechnet das UKGM mit einer Verbesserung der onkologischen Versorgung in Hessen. Die bereits lange bestehende Kompetenz des Marburger Brustzentrums und die Zertifizierung der Gießener Klinik tragen zur hohen medizinischen Qualität des neuen Zentrums bei.
Das Zentrum bietet nicht nur spezialisierte medizinische Versorgung, sondern legt auch Wert auf ganzheitliche Betreuung. Dazu zählen:
- Umfassende Pflege durch Pflegeexpertinnen
- Psychoonkologische Begleitung in Kooperation mit der Klinik für Psychosomatik
- Unterstützung in sozialen und rehabilitativen Fragen durch Expert:innen für Pflegeüberleitungen
- Spirituelle Begleitung durch die Klinikseelsorge
Die Qualität der Versorgung wird zudem durch die geplante Zertifizierung des Gießener Standorts und die Integration in das Netzwerk des Universitären Centrums für Tumorerkrankungen (UCT) weiter gestärkt. Diese Maßnahme eröffnet zusätzliche Forschungs- und Therapiemöglichkeiten, die den Patientinnen zugutekommen werden.
Die verstärkte Brustkrebsversorgung in Hessen ist nicht nur eine neue medizinische Einrichtung, sondern auch ein Zeichen für patientenorientierte und qualitätsgesicherte Behandlungsmethoden. Prof. Dr. Uwe Wagner betont die Bedeutung dieses Zusammenschlusses: „Wir bündeln die Stärken beider Universitätsstandorte, um unseren Patientinnen eine bestmögliche, individuell abgestimmte Versorgung zu bieten.“
Die Entwicklung des neuen Brustzentrums ist ein richtungsweisender Schritt für die Gesundheitsversorgung in der Region und zeigt, wie durch interdisziplinäre Zusammenarbeit innovative Behandlungskonzepte entstehen können, die den Bedürfnissen der Patientinnen gerecht werden. Die neu geschaffene Struktur der Brustkrebsversorgung in Hessen wird somit nicht nur den aktuellen Anforderungen gerecht, sondern setzt auch neue Maßstäbe für die Zukunft.

