Niedriglohnquote in Niedersachsen 2025 leicht gesunken: Anteil liegt bei 17 Prozent

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Hannover. Rund 623.000 Beschäftigte in Niedersachsen arbeiteten im April 2025 für weniger als 14,32 Euro brutto pro Stunde. Das entspricht einem Anteil von 17 Prozent aller rund 3,7 Millionen Beschäftigungsverhältnisse im Land. Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) mitteilt, lag die Quote im Vorjahr bei 17,3 Prozent und ist damit leicht zurückgegangen.

Die bundeseinheitliche Niedriglohnschwelle orientiert sich an zwei Dritteln des Medianverdiensts und stieg im April 2025 auf 14,32 Euro. Der Medianlohn insgesamt lag im selben Monat bei 21,48 Euro und damit höher als im Jahr 2024 (20,68 Euro).

Frauen deutlich häufiger im Niedriglohnsektor beschäftigt

Nach den aktuellen Ergebnissen der Verdiensterhebung arbeiteten 357.000 Frauen und 266.000 Männer in Beschäftigungsverhältnissen unterhalb der Niedriglohnschwelle. Damit war jede fünfte Frau (20 Prozent) im Niedriglohnsektor tätig. Bei den Männern lag der Anteil bei 14,1 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein leichter Rückgang: 2024 waren 20,9 Prozent der weiblichen Beschäftigungsverhältnisse niedrig entlohnt, bei Männern lag der Anteil bei 13,9 Prozent.

Über 80 Prozent der Niedriglohnjobs im Dienstleistungssektor

Der Dienstleistungsbereich stellt weiterhin den größten Anteil der niedrig entlohnten Beschäftigung. Von den insgesamt 623.000 Niedriglohnjobs entfielen 520.000 – das entspricht 83,5 Prozent – auf diesen Wirtschaftsabschnitt. Fast jede bzw. jeder fünfte Beschäftigte (18,9 Prozent) im Dienstleistungsbereich arbeitete für weniger als 14,32 Euro brutto pro Stunde.

Damit bestätigt sich ein bundesweiter Trend: Niedrig entlohnte Tätigkeiten konzentrieren sich vor allem in serviceorientierten Branchen wie Gastronomie, Einzelhandel oder personenbezogenen Dienstleistungen.

Lohnabstand zwischen Gering- und Besserverdienenden bei Faktor 2,8

Die Lohnspreizung, ein Maß für die Lohnungleichheit, erreichte im April 2025 einen Faktor von 2,78. Besserverdienende gehören ab einem Stundenlohn von 36,93 Euro zum oberen Zehntel der Beschäftigten. Geringverdienende verdienen bis zu 13,27 Euro brutto pro Stunde.

Die statistische Gegenüberstellung zeigt, dass die höchsten Einkommen knapp dreimal so hoch sind wie die niedrigsten – ein Wert, der im langfristigen Trend nahezu konstant bleibt.

Hintergrund der Erhebung

Die Daten stammen aus der bundesweiten Verdiensterhebung im April 2025. Rund 58.000 Betriebe wurden befragt, darunter etwa 4.600 in Niedersachsen. Auszubildende sind nicht Teil der Niedriglohnauswertung.

Weitere Informationen zur Statistik stehen im Pressebereich des LSN zur Verfügung, unter anderem Tabellen und methodische Hinweise.

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