Berlin. Die Gemeine Winterlibelle wurde zur Libelle des Jahres 2026 gekürt. Eine Auszeichnung, die vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Gesellschaft der deutschsprachigen Odonatologen (GdO) vergeben wird. Diese Libellenart, die als einzige heimische Libelle als erwachsenes Insekt überwintern kann, weckt durch ihre besondere Lebensweise und Anpassungsfähigkeit großes Interesse.
Erstklassige Tarnung im Winter
Die Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca) zeichnet sich durch eine besonders gute Tarnung aus. Männchen und Weibchen haben nahezu identische braun-bronzefarbene Farben, die es ihnen ermöglichen, in ihrer winterlichen Umgebung nahezu unsichtbar zu sein. Ihre Flügel legen sie in Ruhestellung über den Körper, was zu ihrer hervorragenden Versteckfähigkeit beiträgt.
In den kalten Monaten sucht die Libelle geschützte Lebensräume auf, wie etwa Lichtungen mit altem Gras oder Röhricht an naturnahen Gewässern. An warmen Sonnentagen ist die Libelle dort jedoch in der Lage, umherzufliegen und beobachtet zu werden. Ab Anfang April wird sie als erste Libellenart wieder dauerhaft aktiv.
Lebensräume der Libelle
Obwohl die Gemeine Winterlibelle an Gewässern lebt, zeigt sich ihre Anpassungsfähigkeit auch in der Nutzung von Landlebensräumen. Die Art ist weit verbreitet und profitiert von den zunehmenden milden Wintern, die mit den Veränderungen des Klimas einhergehen. Damit wird deutlich, dass die Vernetzung unterschiedlichster Lebensräume von großer Bedeutung ist – nicht nur für die Fortpflanzung, sondern auch für den Lebenszyklus der Libellen.
Die Libelle der Jahreswahl soll zudem auf die Wichtigkeit naturnaher Gewässer und deren Umgebungen hinweisen. Libellen sind auf eine Vielzahl geeigneter Biotopstrukturen angewiesen, um gedeihen zu können. Die Vernetzung dieser Lebensräume spielt eine entscheidende Rolle in der Erhaltung der Artenvielfalt.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Die Auszeichnung der Gemeinen Winterlibelle unterstreicht nicht nur deren ökologische Bedeutung, sondern auch die Notwendigkeit, Lebensräume aktiv zu schützen und zu vernetzen. Bürgerinnen und Bürger sind daher aufgerufen, sich über den Schutz der heimischen Arten zu informieren. Initiativen des BUND zur Förderung naturnaher Lebensräume können hier eine wertvolle Unterstützung bieten.
Die Wahl der Gemeinen Winterlibelle zur Libelle des Jahres 2026 dient als wichtiger Anstoß für die Sensibilisierung für die Bedürfnisse dieser und anderer Libellenarten in unserer Region. Weitere Informationen finden Interessierte auf der BUND-Website unter Libelle des Jahres.

