Münster. Die Bezirksvertretung Münster-Südost hat am 9. Dezember die Umbenennung des Lüderitzwegs und des Woermannwegs in Gremmendorf beschlossen. Mehrere Anträge nach § 24 Gemeindeordnung NRW waren zwischen 2020 und 2025 bei der Stadt eingegangen und begründeten den Wunsch nach neuen Straßennamen mit der kolonialistischen und rassistischen Haltung der bisherigen Namensgeber Adolf Lüderitz und Adolph Woermann sowie der Tatsache, dass die Straßen während der NS-Zeit benannt wurden.
Die Stadtverwaltung legte im Vorfeld eine Stellungnahme auf Grundlage der im September 2024 beschlossenen Leitlinien für Ehrungen im öffentlichen Raum vor. Demnach ist eine Umbenennung zulässig, wenn eine Benennung propagandistischen Zwecken in der Zeit des Nationalsozialismus diente oder wenn die geehrten Personen gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verstoßen haben. Laut Stellungnahme treffen diese Kriterien auf Lüderitz und Woermann zu, unter anderem aufgrund ihrer Verbindung zu kolonialen Verbrechen wie dem Völkermord an Herero und Nama.
Der Rat der Stadt Münster hatte 2023 in einem Beschluss und einem Gedenkakt die Verantwortung für koloniales Unrecht betont und dies ausdrücklich auf die städtische Erinnerungskultur bezogen. Die Bezirksvertretung folgte der Empfehlung der Verwaltung und stimmte der Umbenennung zu.
Münster Straßenumbenennung Gremmendorf: Weitere Schritte folgen
Im März 2025 fand eine Informationsveranstaltung zur geplanten Umbenennung statt, an der über 50 Bürgerinnen und Bürger teilnahmen. Zusätzlich konnten online Anregungen eingereicht werden. Die Rückmeldungen teilten sich annähernd ausgeglichen in Befürwortung und Ablehnung der Umbenennung.
Die Stadt kündigt an, über die weiteren Schritte des Umbenennungsprozesses gesondert zu informieren. Bürgerinnen und Bürger werden Vorschläge für neue Straßennamen einreichen können.

