Frankfurt am Main. Im vergangenen Jahr haben Unternehmen in Deutschland ihre Klimaschutzinvestitionen auf 80 Milliarden Euro reduziert. Dies stellt einen Rückgang von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar und zeigt, dass die Klimaschutzinvestitionen in Unternehmen in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld weniger Priorität genießen.
Weniger Investitionen im Klimaschutz
Die neuesten Ergebnisse des KfW-Klimabarometers belegen, dass 16,5 Prozent aller Unternehmensinvestitionen im Jahr 2024 für den Klimaschutz aufgewendet wurden. Diese Kennzahl bleibt damit trotz des Rückgangs über den Werten der Jahre 2021 und 2022, was darauf hindeutet, dass das Thema Klimaschutz weiterhin einen bedeutenden Platz im Investitionsverhalten der Unternehmen einnimmt.
Während mittelständische Unternehmen ihre Klimaschutzinvestitionen um 7,8 Prozent auf 38 Milliarden Euro erhöhten, sank der Betrag der Großunternehmen drastisch um 18,5 Prozent auf 42 Milliarden Euro. Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW, erklärt, dass der Rückgang bei den Großunternehmen vor allem durch steigenden Wettbewerbsdruck und andere priorisierte Investitionen bedingt sei.
Investitionsschwerpunkte der Unternehmen
Die Investitionen im Klimaschutz konzentrieren sich zunehmend auf Projekte zur Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energien, energetische Sanierungen sowie klimafreundliche Mobilität. Insbesondere bemerkenswert ist, dass 52 Prozent der investierenden Unternehmen Projekte zur Erzeugung erneuerbarer Energien umgesetzt haben, was einen Anstieg von 17 Prozentpunkten im Jahresvergleich darstellt.
Des Weiteren haben 35 Prozent der Unternehmen in die Verbesserung der Energieeffizienz investiert, zum Beispiel durch Wärmedämmung oder den Einbau von Wärmepumpen. Der Bereich der klimafreundlichen Mobilität, wie Elektrofahrzeuge, verzeichnete hingegen einen Rückgang auf 32 Prozent, trotz eines einstigen Höchststands von fast 50 Prozent im Vorjahr.
„Um die Klimaziele zu erreichen, sind deutlich höhere Investitionen als bislang erforderlich“, sagt Dr. Dirk Schumacher.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Politische Rahmenbedingungen für Klimaschutzinvestitionen
Die Unternehmen fordern von der Politik konkrete Maßnahmen, um ihre Klimaschutzinvestitionen zu fördern. Vor allem eine Senkung der Strompreise wird von 70 Prozent der Befragten als entscheidend für die wirtschaftliche Attraktivität von klimaneutralen Technologien angesehen.
Ebenfalls wichtig sind vereinfachte Planungs- und Genehmigungsverfahren, für die sich 67 Prozent der Unternehmen stark machen. Auch steuerliche Anreize und der Ausbau der Energieinfrastruktur stehen hoch im Kurs, was die Relevanz politischer Gestaltungsmöglichkeiten unterstreicht.
Im Rahmen der Erhebung des KfW-Klimabarometers wurden insgesamt 13.272 Unternehmen befragt, was eine umfassende Datenbasis für zukünftige Entwicklungen im Bereich der Klimaschutzinvestitionen schafft.
Fazit zu den Klimaschutzinvestitionen in Unternehmen
Insgesamt zeigen die Zahlen des KfW-Klimabarometers, dass die Klimaschutzinvestitionen in Unternehmen trotz eines Rückgangs nach wie vor von hoher Relevanz sind. Während mittelständische Unternehmen ihren Beitrag leisten und bereit sind zu investieren, stehen Großunternehmen vor Herausforderungen, die ihre Investitionsspielräume einschränken. Die politischen Maßnahmen zur Unterstützung sind entscheidend für die zukünftige Entwicklung und sollten in den kommenden Jahren verstärkt ins Blickfeld rücken.

