Berlin. Die aok heilmittelausgaben 2024 erreichten nahezu 4,8 Milliarden Euro, wie der Heilmittelbericht 2025 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt. Die Ausgaben haben sich damit im Vergleich zu 2015 mehr als verdoppelt, wobei der größte Einfluss von einer gesetzlichen Neuregelung im Jahr 2019 ausgeht.
AOK Heilmittel Kosten
Gesetzliche Neuregelungen als Auslöser für steigende Ausgaben
Die deutliche Ausweitung der aok heilmittelausgaben 2024 ist vor allem auf die Änderung gesetzlicher Vergütungsvorgaben zurückzuführen. Seit Mitte 2019 gelten bundesweit einheitliche Höchstpreise, die auf dem jeweils höchsten regionalen Vergütungsniveau basieren. Diese Regelung wurde schrittweise durch Versorgungsverträge ersetzt, die der GKV-Spitzenverband mit den Heilmittelerbringern ausgehandelt hat. Ein Modell des WIdO zeigt, dass die Ausgaben ohne diese Neuregelung 2024 um etwa 19 Prozent niedriger gewesen wären.
Wirkung auf einzelne Therapiebereiche und Regionen
Besonders stark profitiert hat die Ergotherapie, deren Kosten real um mehr als ein Viertel über dem modellierten Wert liegen. Physiotherapie und die Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie verzeichneten ebenfalls deutliche Steigerungen. Regional zeigen sich große Unterschiede: In Ostdeutschland mit niedrigerem früherem Vergütungsniveau stiegen die Ausgaben deutlich stärker als in Regionen wie Hamburg.
Entwicklung der Löhne in Heilmittelerberufen
Trotz der starken Ausweitung der aok heilmittelausgaben 2024 konnten die Löhne in den Heilmittelberufen nur moderat gesteigert werden. Von 2018 bis 2024 stiegen die Entgelte im Durchschnitt um etwa 35 Prozent, deutlich weniger als die Umsatzentwicklung. Im Mittel betrug das Jahresmedianentgelt 2024 knapp 3.300 Euro. Die Lohnentwicklung verlief in den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie und Sprachtherapie ähnlich moderat.
Beispiel der bundesweiten Medianentgelte 2024:
- Ergotherapie: 35,2 % Steigerung
- Physiotherapie: 36,1 % Steigerung
- Sprachtherapie: 40,3 % Steigerung
Weitere Details und Datenveröffentlichung
Der aktuelle Heilmittelbericht 2025 analysiert rund 14 Millionen Heilmittelverordnungen von AOK-Versicherten im Jahr 2024. Neben den Ausgaben werden Versorgungsanlässe, Diagnosen und demografische Daten dargestellt. Der Bericht steht als Download auf der Webseite des WIdO zur Verfügung.
Zitat:
„Das erklärte Ziel des Gesetzgebers war es, mit den Neuregelungen im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) die Attraktivität der Heilmittelberufe durch eine höhere Vergütung zu steigern und dadurch die Versorgung der Patientinnen und Patienten auch langfristig zu sichern“, sagte Helmut Schröder, Geschäftsführer des WIdO.
Weitere Informationen zur Versorgung mit Heilmitteln finden Interessierte auf regionalupdate.de sowie auf der offiziellen Webseite des WIdO: Heilmittelbericht 2025.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Die steigenden aok heilmittelausgaben 2024 spiegeln nationale Entwicklungstrends wider, haben jedoch auch regionale Auswirkungen. Besonders in Bundesländern mit zuvor niedrigeren Vergütungen führte die Anpassung zu deutlichen Mehrkosten. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies in der Regel eine gesicherte und besser vergütete Versorgung mit Heilmitteln. Dennoch bleibt die Frage der Lohnentwicklung für Therapieberufe relevant, da deren Anreizwirkung die zukünftige Versorgungssicherheit beeinflusst. Für die kommenden Jahre sind weitere Beobachtungen zur Kosten- und Lohnentwicklung sowie Anpassungen im Versorgungssystem zu erwarten, um eine ausgewogene Finanzierung und Versorgung zu gewährleisten. Die aok heilmittelausgaben 2024 zeigen somit zentrale Herausforderungen und Chancen für das Gesundheitswesen auf regionaler und bundesweiter Ebene.

