Hamburg. Greenpeace hat gemeinsam mit der Stadt Trostjanez und der Ökoenergie-Genossenschaft Green Planet Energy ein Modellprojekt für eine nachhaltige energieversorgung ukraine entwickelt. In der ostukrainischen Stadt wurde ein während der russischen Besatzung beschädigtes Mehrfamilienhaus vollständig erneuert und mit einem modernen Heizsystem auf Basis erneuerbarer Energien ausgestattet.
Nachhaltige Energie jetzt: Wege zur unabhängigen Wärmeversorgung in der Ukraine
Das Pilotprojekt in Trostjanez umfasst ein fünfstöckiges Wohngebäude mit 60 Wohnungen, das Ende 2023 energetisch saniert und mit einer innovativen Heiztechnik ausgestattet wurde. Dabei kommen Geothermie, Wärmepumpen und Solarstrom zum Einsatz, die zusammen eine vollständige Versorgung mit nachhaltiger Wärme ermöglichen. Die Investition in das Heizsystem beläuft sich auf 218.000 Euro.
Technische Ausstattung der Anlage
Die Heizungsanlage beinhaltet fünf Wärmespeicher mit je 2000 Litern Fassungsvermögen sowie einen Hochleistungs-Wärmetauscher für die Warmwasserbereitung. Dieses System steht stellvertretend für den Masterplan der Stadt Trostjanez zum grünen Wiederaufbau, der nachhaltige Wärmeversorgung in großen Wohngebäuden etablieren will und die Stadt zu einem Vorbild für die gesamte Ukraine macht.
Regionale Herausforderungen und Motivation
Trostjanez liegt etwa 35 Kilometer von der russischen Grenze entfernt und steht trotz vermehrter Angriffe vor großen Herausforderungen in der Gasversorgung. Aktuell wird etwa 70 Prozent der Wärme in der Ukraine durch fossiles Gas erzeugt, wobei seit Oktober 2023 rund 60 Prozent der Gasversorgung durch Kriegseinwirkungen unterbrochen sind. Die Stadt bekennt sich zum Wiederaufbau mit erneuerbarer Energie, um die Energieunabhängigkeit der Bevölkerung zu stärken.
„Das Pilotprojekt zeigt, wie wichtig ein dezentraler und resilienter Wiederaufbau mit Erneuerbaren Energien statt fossilem Gas ist“, sagte Andree Böhling, Projektleiter von Greenpeace.
„Wärmepumpen, Geothermie und Solarenergie versorgen erstmals in der Ukraine ein großes Wohngebäude vollständig – und sollten beim Wiederaufbau mit EU-Finanzierung gegenüber Gasheizungen priorisiert werden.“
Die Umsetzung des Projekts wurde durch die Kund:innen der Genossenschaft Green Planet Energy finanziert und von Greenpeace als Förderpartner unterstützt. Fachliche Begleitung erfolgte durch Consulting IC Ukraine und CES Clean Energy Solutions, welche die Grundlagen für die nachhaltige Stadtentwicklungsstrategie lieferten.
Beispiel:
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Der Einsatz erneuerbarer Energien in Trostjanez verdeutlicht, wie eine nachhaltige energieversorgung ukraine auf kommunaler Ebene umgesetzt werden kann. Für die Einwohner bedeutet dies eine zuverlässige Wärmeversorgung auch in schwierigen Zeiten und eine Entlastung von fossilen Energiequellen. Das Projekt zeigt, wie europäische Hilfen und zivilgesellschaftliches Engagement dabei helfen können, nachhaltige Technologien in der Ukraine zu etablieren.
Geplante Schritte umfassen die weitere Umsetzung des Masterplans für den grünen Wiederaufbau in Trostjanez und die Übertragung dieser Konzepte auf andere Städte des Landes. Damit stärkt das Projekt nicht nur die Region an der Grenze zu Russland, sondern sendet auch ein Signal für einen zukunftsfähigen Umgang mit Energie in der Ukraine.
Nähere Informationen zum Thema nachhaltige energieversorgung ukraine und weitere regionale Entwicklungen finden Sie bei regionalupdate.de. Zusätzlich bietet die offizielle Website von Greenpeace Deutschland ausführliche Hintergrundinformationen zur Energiewende: greenpeace.de.

