Halle. In Sachsen-Anhalt sorgt der Verkauf großer Waldflächen an die Nabu-Stiftung für kontroverse Diskussionen. Besonders die Waldbesitzer Sachsen Anhalt kritisieren den Einsatz staatlicher Fördermittel für den Erwerb privater Wälder als Wettbewerbsverzerrung.
Kritik am Waldverkauf mit Blick auf Waldbesitzer Sachsen Anhalt
Die Nabu-Stiftung, eine Organisation des Naturschutzbundes Deutschland, erwirbt im Südharz rund 1.000 Hektar Waldflächen rund um Stolberg. Ziel ist es, diese Flächen aus der wirtschaftlichen Nutzung zu nehmen und als eine Art „Urwald von morgen“ der natürlichen Entwicklung zu überlassen. Die Finanzierung erfolgt größtenteils durch Bundesmittel aus dem Aktionsprogramm natürlicher Klimaschutz, was laut Angaben einen Kaufpreis von etwa 30 Millionen Euro ermöglichte. Dabei handelt es sich überwiegend um hochwertige Buchenbestände.
Position der Waldbesitzerverbandes Sachsen-Anhalt
Die Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes Sachsen-Anhalt, Frederike von Beyme, äußerte gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung deutliche Kritik. Sie bemängelt, dass durch die staatliche Förderung des Nabu-Stiftungs-Kaufs ein verzerrter Wettbewerb entsteht. Eigentümer wie private Waldbesitzer hätten nicht die gleichen finanziellen Möglichkeiten, um solche großen Waldflächen zu erwerben. Zudem sieht sie negative Auswirkungen auf die holzverarbeitende Industrie in der Region.
„Mit staatlichen Mitteln wird hier der Wettbewerb um Waldflächen vollkommen verzerrt“, sagte Frederike von Beyme.
Weiterhin bewertet sie den Kaufpreis kritisch. Nach ihrer Einschätzung seien maximal 20.000 Euro pro Hektar angemessen, während der Nabu für die Flächen etwa 30.000 Euro pro Hektar bezahlt haben soll.
Ausweitung des Handelns der Nabu-Stiftung
Bisher habe der Nabu bundesweit kleinere Waldflächen in Größenordnungen von wenigen Hektar erworben. Die nun getätigten Käufe in deutlich größerem Umfang und mit hoher Förderung seien ein neuer Schritt, der nicht nur im Südharz, sondern auch an anderen Orten Deutschlandweite Folgen habe. Durch die Subventionen würden private Interessenten als Käufer faktisch ausgeschlossen.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Die Debatte um den Waldverkauf betrifft zentrale Fragen des Waldbesitzes in Sachsen-Anhalt. Für private Waldbesitzer bedeutet die aktuelle Situation eine erschwerte Konkurrenzsituation gegenüber geförderten Naturschutzorganisationen wie der Nabu-Stiftung. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung, wie soziale und politische Programme die Nutzung von Waldflächen beeinflussen können. Für Bürgerinnen und Bürger der Region ist diese Entwicklung relevant, da sie Einfluss auf die lokale Forstwirtschaft, die wirtschaftliche Landschaft und das regionale Ökosystem hat. Weitere Verkäufe oder ähnliche Förderprojekte sind denkbar, was den Wettbewerb um Waldflächen auch in Zukunft prägen dürfte. Interessierte können sich bei regionalupdate.de über aktuelle Entwicklungen im Bereich Umwelt und Wirtschaft informieren.
Weiterführende Informationen zum Wald- und Naturschutz finden Sie unter Nabu Bund sowie auf regionalupdate.de.

