Bonn. Nach dem Ende der Pandemie verzeichnet die Feuerwerksbranche in Deutschland Rekordumsätze. Die Aktion Bäume statt Böller der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) weist auf die negativen Folgen des erhöhten Feuerwerkverbrauchs für Umwelt und Tiere hin und ruft zu umweltbewusster Alternative auf.
Schutz der Natur mit der Aktion Bäume statt Böller
Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald berichtet, dass im Jahr 2023 circa 40.000 Tonnen Feuerwerk nach Deutschland importiert wurden. Dies ist ein deutliches Wachstum im Vergleich zum Pandemiejahr 2022 mit nur knapp 10.000 Tonnen. Der Branchenumsatz stieg von 180 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 197 Millionen Euro im Jahr 2024, was einem Wachstum von rund 10 Prozent entspricht.
Umweltbelastung durch Feuerwerk
Feuerwerk setzt große Mengen Feinstaub frei. Jährlich werden in Deutschland rund 2.050 Tonnen Feinstaub durch Feuerwerke produziert, was etwa 10 Prozent der gesamten Feinstaubbelastung durch private Heizungsanlagen entspricht. Während der ersten Stunde des neuen Jahres können Schadstoffwerte von bis zu 1.000 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gemessen werden. Zum Vergleich: Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt einen Maximalwert von 45 Mikrogramm pro Kubikmeter.
Auswirkungen auf Menschen und Tiere
Die Feinstaubbelastung durch Feuerwerk stellt ein Gesundheitsrisiko für Menschen dar, das von vorübergehenden Beeinträchtigungen bis zu längerfristigen Atemwegserkrankungen reichen kann. Haus- und Wildtiere sind ebenfalls betroffen. Feinstaub, Schwermetalle und Plastikpartikel gelangen in Nahrungsketten und Gewässer. Laute Geräusche führen bei Tieren zu Fluchtreaktionen, wodurch sie sich verletzen oder orientierungslos werden können. Besonders Vögel sind durch Stress und Desorientierung gefährdet. Eine Untersuchung bei einem Gänsegeier zeigte eine deutliche Erhöhung der Herzfrequenz während des Feuerwerks.
„Mit der Spendenaktion ‚Bäume statt Böller‘ möchten wir ein umweltfreundliches Zeichen setzen und zeigen, wie wichtig der Schutz von Wald und Natur ist“, sagte Tim Niereisel von der SDW.
- 76 Prozent der Deutschen könnten auf privates Feuerwerk verzichten.
- Umwelt- oder Tierschutzgründe werden am häufigsten genannt.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bäume statt Böller – eine nachhaltige Alternative
Die Aktion Bäume statt Böller der SDW ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern, durch eine Baumspende aktiv zum Umweltschutz beizutragen. Bäume filtern Feinstaub aus der Luft und dienen vielen Tierarten als Lebensraum. In Städten können Bäume die Feinstaubbelastung auf ein Sechstel des üblichen Wertes in Stadtzentren senken. Die Spendenaktion betont auch, dass der Verzicht auf privates Feuerwerk nicht bedeutet, auf Traditionen zu verzichten, da umweltfreundliche Alternativen wie Drohnen- oder Lasershows gemeinschaftlich an öffentlichen Orten genossen werden können.
Weitere Informationen zur Aktion sowie die Möglichkeit zur Spende sind auf der Website der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald zu finden. Für weiterführende Daten zu Feinstaubbelastung bietet beispielsweise das Umweltbundesamt umfassende Informationen.
Die SDW, gegründet 1947 in Bad Honnef, engagiert sich mit rund 25.000 Mitgliedern deutschlandweit für den Waldschutz und führt jährlich die Aktion „Bäume statt Böller“ durch, um Bewusstsein für die Folgen von Feuerwerk zu schaffen.
Für mehr regionale Informationen zum Thema Umweltschutz besuchen Sie regionalupdate.de.
Fazit und Ausblick für die Region
Das erhöhte Feuerwerksaufkommen nach der Pandemie birgt erhebliche Risiken für Gesundheit und Umwelt. Die Aktion Bäume statt Böller bietet eine nachhaltige Alternative, die nicht nur die Luftqualität verbessert, sondern auch Lebensräume für Tiere schützt. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies eine einfache Möglichkeit, aktiv Umweltschutz zu betreiben. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald plant, die Aktion auch in den kommenden Jahren fortzuführen und die Bevölkerung weiter über ökologische Folgen von Feuerwerken aufzuklären.

