Berlin. Das Einkaufen bei Verbraucher billige asiatische Plattformen wie Temu und Shein setzte sich zum Weihnachtsgeschäft 2025 in Deutschland fort. Rund 4,9 Prozent aller Online-Bestellungen entfielen zum Jahresende auf solche Anbieter. Die Gründe für diese Entwicklung sind komplex und eng mit dem Sparverhalten der Konsumenten verbunden.
Warum Billigkauf reizt
Die Attraktivität von Verbraucher billige asiatische Plattformen erklärt sich zum großen Teil durch die niedrigen Preise, Rabatte und besonderen Angebote. Insbesondere die jüngere Generation unter 30 Jahren kauft aus solchen Gründen verstärkt bei diesen Anbietern ein. Allerdings ist das Bewusstsein über Qualitäts- und Sicherheitsmängel vorhanden.
Sparzwang und Unsicherheit
Die finanzielle Lage vieler Verbraucher führt dazu, dass 24,4 Prozent der Kundinnen und Kunden aktuell keine Alternative sehen, als bei Billiganbietern zu bestellen. Dabei tritt die Freude an Schnäppchen in den Hintergrund zugunsten des Sparens. Zugleich wird trotz negativer Medienberichte häufig ein hohes Vertrauen in die eigene Beurteilungsfähigkeit gesetzt.
„Der Spaß an der Schnäppchenjagd tritt in den Hintergrund. Immer mehr Menschen sehen aktuell keine andere Wahl, als den Gürtel enger zu schnallen“, sagte Daniela Bleimaier, bevh.
Umgang mit Risiken und Retouren
Viele Konsumenten umgehen Risiken aktiv, indem sie das Rückgaberecht nutzen: 33 Prozent probieren besonders günstige Waren aus und senden sie bei Mängeln zurück. Zugleich glaubt ein erheblicher Anteil der Kunden (40,2 Prozent) den kritischen Berichten über mögliche Schadstoffe und Sicherheitsprobleme nicht.
- 76,8 Prozent der Befragten nennen Gründe für den Einkauf bei asiatischen Plattformen nicht offen
- 60,7 Prozent der unter 30-Jährigen geben niedrige Preise als Kaufgrund an
- 53,5 Prozent vertrauen auf das eigene Urteil zur Produktsicherheit
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Einordnung und Ausblick
In der Region zeigt sich diese Entwicklung auch durch ein steigendes Interesse an günstigen Online-Angeboten aus Asien. Für Verbraucher bedeutet dies, dass neben dem finanziellen Sparbedarf auch ein wachsendes Bewusstsein für mögliche Sicherheitsrisiken besteht. Verbraucherschutzorganisationen und Behörden sind weiterhin gefordert, die bestehende Rechtslage konsequent durchzusetzen und die Risiken durch unsichere Waren zu minimieren.
Zugleich bleibt die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage ein entscheidender Schritt, damit nachhaltiges und sicheres Einkaufen wieder für mehr Menschen möglich wird. Weitere Informationen zur Thematik und aktuellen Umfragen finden Leserinnen und Leser auch auf regionalupdate.de sowie beim Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh).

