Hannover. Die Gewebespende Deutschland 2025 verzeichnet erstmals Rekordzahlen: Mehr als 60.000 potenzielle Gewebespender meldeten sich, und über 4.500 Zustimmungserklärungen konnten realisiert werden. Damit stieg die Zahl der Gewebespenden deutlich an, was die Versorgung von 9.640 Patientinnen und Patienten mit Transplantaten ermöglichte.
Rekord bei Gewebespenden
Die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) erreichte im Jahr 2025 mit mehr als 60.000 Meldungen potenzieller Gewebespender einen neuen Höchstwert. Dies entspricht einem deutlichen Zuwachs bei den Meldungen aus über 320 Einrichtungen deutschlandweit.
Neben den Meldungen wurden mehr als 12.000 Aufklärungsgespräche mit Angehörigen geführt, wobei 4.585 Zustimmungen zur Gewebespende erfolgten. Trotz einer nahezu konstanten Zustimmungsquote von 37,9 Prozent konnte aufgrund der gestiegenen Meldungen mehr Gewebe entnommen werden als je zuvor.
Spendenzahlen und Versorgungsbilanz
Insgesamt konnten 9.640 Patientinnen und Patienten mit Gewebetransplantaten versorgt werden, was eine Steigerung von 15,2 Prozent gegenüber 2024 darstellt. Besonders häufig gespendet und transplantiert wurden Augenhornhäute. Von 4.188 Entnahmen betraf die überwiegende Mehrheit die Hornhäute, mit 6.370 vermittelten Transplantaten – ein Plus von 16 Prozent.
Trotz dieses Erfolgs bleibt der Bedarf an Gewebe weiterhin hoch, besonders bei Herzklappen. Diese konnten mit 472 Spenden zwar um 18,3 Prozent mehr als im Vorjahr bereitgestellt werden. Dennoch konnte weniger als die Hälfte der Nachfrage gedeckt werden. Die DGFG sieht hierin eine dringende Notwendigkeit für den Ausbau von Spendeprogrammen nach Herz-Kreislauf-Versterben.
Innovationen in der Gewebemedizin
2025 feierte die DGFG zudem das Jubiläum des LaMEK-Transplantats, das als vorpräparierte Lamelle für die DMEK-Operation zur Behandlung von Hornhautschäden eingesetzt wird. Das Verfahren erleichtert den chirurgischen Ablauf und minimiert das Risiko eines Transplantatverlustes. Seit 2015 wurden im DGFG-Netzwerk 4.371 LaMEK-Transplantate vermittelt, davon 556 im Jahr 2025.
„Dass wir bei gleichbleibender Zustimmungsquote mehr Spenden realisieren konnten, ist auch dem zu verdanken, dass immer mehr Kliniken in Deutschland potenzielle Spender:innen melden und die Gewebespende in ihr Selbstverständnis integrieren“, sagte DGFG-Geschäftsführer Martin Börgel.
Öffentlichkeitsarbeit und gesetzliche Weiterentwicklungen
Die DGFG betont, dass Gewebespende in Deutschland weiterhin wenig bekannt ist, insbesondere die Möglichkeit der Spende auch im höheren Alter nach Herz-Kreislauf-Versterben. Etwa 88 Prozent der Gewebespenden erfolgten nach Herz-Kreislauf-Tod. Angehörige treffen in rund zwei Dritteln der Fälle Entscheidungen im mutmaßlichen Willen der Verstorbenen. Die Organisation arbeitet intensiv daran, die öffentliche Aufklärung zu erhöhen und somit Entscheidungssituationen für Angehörige zu erleichtern.
Ein wichtiger Schritt für die Infrastruktur ist die zunehmende Anbindung von Gewebespendeeinrichtungen an das Organspende-Register (OGR), das seit März 2024 in Betrieb ist. Bis Ende 2025 haben fast 450.000 Menschen ihre Spendenentscheidung dort hinterlegt. Die DGFG erwartet 2026 die gesetzliche Möglichkeit, direkt auf diese Daten zugreifen zu können, was die Prozessabläufe weiter verbessern soll.
Beispiel: Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung und Ausblick der Gewebespende in Deutschland
Für die medizinische Versorgung in Deutschland ist die Zunahme der Gewebespenden eine wichtige Entwicklung, da sie die Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen erheblich verbessert. Besonders für Patientinnen und Patienten mit Hornhauterkrankungen oder Herzklappenproblemen ergibt sich dadurch eine größere Chance auf Transplantate.
Bürgerinnen und Bürger profitieren von der besseren Verfügbarkeit, können aber auch durch eigene Willensäußerungen in amtlichen Registern den Spendeprozess aktiv unterstützen. Die DGFG wird ihre Öffentlichkeitsarbeit verstärken und die Zusammenarbeit mit Kliniken weiter ausbauen.
Für 2026 sind weitere gesetzliche Anpassungen geplant, die den Zugriff von Gewebespendeeinrichtungen auf das Organspende-Register ermöglichen. Dies soll dazu beitragen, den Spendenprozess effektiver zu gestalten und den bereits erreichten Fortschritt auszubauen.
Weitere Informationen zur Gewebespende sowie aktuelle Zahlen finden Interessierte auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG). Detaillierte Daten zum Organspende-Register sind unter organspende-info.de verfügbar.
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