Essen. Der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e.V. reagiert auf das Statement von Kanzleramtschef Thorsten Frei zur Pflegeversicherung. Frei sieht steigende Pflegebedarfe und fordert einen Ausbau stationärer Pflegeplätze. Der bad e.V. betont jedoch die gleichermaßen dringende Notwendigkeit, die pflegeversorgung pflegenotstand ambulant zu stärken.
Pflegenotstand erkennen: Herausforderungen für die pflegeversorgung pflegenotstand ambulant
Steigende Pflegebedarfe und stationäre Versorgung
Kanzleramtschef Thorsten Frei hat darauf hingewiesen, dass der Anteil der Menschen, die in stationären Pflegeeinrichtungen betreut werden, voraussichtlich steigen wird. Dies erfordere einen Ausbau des stationären Pflegeangebotes, so seine Ansicht. Die Aussage wurde vom bad e.V. ausdrücklich begrüßt, da sie das Bewusstsein für die drohende Versorgungskatastrophe in der Pflege erhöht.
Jasmin Arbabian-Vogel, stellvertretende Vorsitzende des bad-Bundesvorstandes und Betreiberin von Versorgungsangeboten in Niedersachsen, erklärte:
„Mehr Pflegebedürftige bedeuten zwangsläufig, dass mehr Heimplätze zur Verfügung stehen müssen.“
Der Bundesverband sieht in der Erweiterung der stationären Kapazitäten zwar eine notwendige Maßnahme, hält diese jedoch allein für unzureichend.
Bedeutung und Ausbau der ambulanten Pflegeangebote
Neben dem Ausbau von stationären Plätzen muss auch die ambulante Pflege gestärkt werden. Die Mehrheit der Pflegebedürftigen – gut 70 Prozent – möchte zu Hause gepflegt werden. Die ambulante Pflege ist daher ein zentraler Bestandteil der pflegerischen Versorgung und muss entsprechend gefördert und finanziell abgesichert werden.
Andrea Kapp, Bundesgeschäftsführerin des bad e.V., macht auf die bestehenden Finanzierungsprobleme in der Pflegeversicherung aufmerksam:
„Eine flächendeckende Versorgung aller Pflegebedürftigen wird zukünftig nicht mehr möglich sein, wenn nicht alle Versorgungsformen gestärkt werden. Dazu gehört insbesondere die auskömmliche Refinanzierung der Tariftreuepflicht und die Neugestaltung der Pflegefinanzierung.“
Das Sozialgesetzbuch XI sieht den Grundsatz „ambulant vor stationär“ vor, der auf eine stärkere Förderung der häuslichen Pflege hinweist.
Abschluss: Konsequenzen für die Pflegeversorgung vor Ort
Die aktuellen Entwicklungen in der Pflege machen deutlich, dass die pflegeversorgung pflegenotstand ambulant ebenso im Fokus stehen muss wie der Ausbau stationärer Einrichtungen. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies, dass Vor-Ort-Angebote zur häuslichen Pflege künftig besser finanziert und ausgebaut werden sollten, um den Wunsch auf Pflege in den eigenen vier Wänden zu erhalten.
Der bad e.V. fordert von der Bundesregierung zeitnahe und wirksame Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung aller Pflegeformen. Dazu zählen neben finanziellen Anpassungen auch strukturelle Reformen. Weitere Informationen zum Thema Pflege und Versorgung finden Interessierte auf regionalupdate.de sowie beim Bundesministerium für Gesundheit unter www.bundesgesundheitsministerium.de.
Quellen: Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e.V., Pressemitteilung vom 05.01.2026, Bundesministerium für Gesundheit

