Kassenärztechef kritisiert fehlende Kriegsvorbereitung im Gesundheitswesen

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Osnabrück. Angesichts des anhaltenden Ukraine-Kriegs fordert Kassenärztechef Andreas Gassen eine konsequente Anpassung des Gesundheitswesens Ukraine Krieg betont als zentrale Herausforderung die unzureichende Vorbereitung auf kriegsbedingte Massenverletzungen sowie die Sicherung kritischer Infrastruktur im medizinischen Bereich.

Gesundheitswesen jetzt stärken

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) sieht das deutsche Gesundheitswesen derzeit nicht ausreichend auf kriegsbedingte Notlagen vorbereitet. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV, wies im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ auf das Fehlen eines bundesweiten Konzepts hin, um ärztliche Strukturen im Verteidigungsfall effektiv zu nutzen. Vor allem die Lagerung von medizinischem Material und die Sicherstellung der Versorgung seien ungelöste Probleme.

Neben der Behauptung, die Bundeswehr-Sanitätseinheiten seien technisch gut ausgestattet, warnte Gassen vor der Komplexität hybrider Kriegsführung, etwa durch mögliche Strom- oder Wasserversorgungsunterbrechungen. Er betonte die Gefahr, dass neben Krankenhäusern auch niedergelassene Praxen bei der medizinischen Versorgung ausfallen könnten.

Schutz der Infrastruktur als zentrale Aufgabe

Gassen zeigte insbesondere den Schutz von Kliniken und medizinischen Einrichtungen als vordringlich an. Er beklagte fehlende autonom funktionierende Standorte, die beispielsweise durch Notstromaggregate oder eigene Wasserversorgung abgesichert sind. Die Gefahr von Angriffen auf medizinische Einrichtungen in Konfliktgebieten verdeutlichten Berichte ukrainischer Ärzte, die von gezielten Angriffen auf Zivilbevölkerung, Infrastruktur und Krankenhäuser berichteten.

Engere Zusammenarbeit mit Bundeswehr und ukrainischen Medizinern

Um die Situation besser einschätzen zu können, stehen die Kassenärztlichen Vereinigungen in engem Austausch mit der Bundeswehr. Zudem gab es Gespräche mit ukrainischen Kollegen, die Erfahrungen aus einem aktiven Kriegsgebiet teilen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in ein einheitliches Konzept einfließen, das auch ein mögliches freiwilliges bundesweites Register für Mediziner zur besseren Einsatzfähigkeit im Katastrophenfall vorsieht.

„Auf einen Angriff mit tausenden Opfern, nach dem zur Versorgung Verwundeter auch die Praxen gebraucht würden, sind wir nicht ansatzweise vorbereitet“, sagte Gassen.

  • Mangelndes Konzept zur optimalen Nutzung ärztlicher Strukturen im Verteidigungsfall
  • Fehlende Sicherstellung der Versorgung bei Infrastrukturunterbrechungen
  • Bundesweit kein Register zur Einsatzfähigkeit von Mediziner-Reservisten

Beispiel:

  • Austausch mit ukrainischen Medizinern zur Risikoabschätzung und Erfahrungsweitergabe
  • Zusammenarbeit mit der Bundeswehr bei der Entwicklung von Sicherheitsstrategien

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Regionale Bedeutung und Ausblick

Für die Stadt Osnabrück und die umliegende Region bedeutet die Kritik von KBV-Chef Gassen einen dringenden Handlungsbedarf, das Gesundheitsnetzwerk auf mögliche Notlagen besser vorzubereiten. Besonders im Hinblick auf die Ausfälle kritischer Infrastruktur müssen örtliche Kliniken und Praxen Strategien zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung entwickeln. Bewohnerinnen und Bewohner können sich darauf einstellen, dass Behörden und medizinische Einrichtungen künftig verstärkt auf Krisenszenarien eingehen.

Die Landes- und Bundespolitik steht vor der Aufgabe, die angekündigten Gesetzesinitiativen zur Stärkung des Gesundheitswesens im Verteidigungsfall nun zügig umzusetzen. Nach der Ankündigung des ehemaligen Bundesgesundheitsministers läuft bislang keine Umsetzung. Ob und wann die Nachfolgerin Nina Warken entsprechende Maßnahmen konkret plant, bleibt abzuwarten.

Weiterführende Informationen zur gesundheitlichen Notfallvorsorge finden Interessierte unter anderem auf der Website des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (https://www.bbk.bund.de) sowie auf regionalupdate.de im Bereich Gesundheitswesen.

Weitere Artikel zum Thema Katastrophenschutz und medizinische Versorgung in Krisenzeiten bei regionalupdate.de


Quellen:
Neue Osnabrücker Zeitung, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

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